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Matty – Déjàvu – Review

“Déjàvu” von MATTY” schwebt weit über den Wolken. Der Kanadier, sonst Keyboarder und Pianist bei der Hip-Hop-Jazz-Formation BADBADNOTGOOD, hat im letzten Jahr ein Album gemacht, dass so sanft und wolkenhaft klingt, dass man es am liebsten nur mit Samthandschuhen anfassen will. So unschuldig wie MATTY klingt, ist er natürlich nicht, hat er eben so ganz beiläufig “there’s a million motherfuckers in my life…” geträlltert? Ja, hat er. Genau dieser Kontrast macht letztendlich den Reiz seines psychedelischen Pop aus.

Musik, so sündig und geschmeidig wie ein warmes Brot mit Butter und doppelt Schokocreme

“Déjàvu” von MATTY” wurde so enorm entschleunigt, dass sie rückwärts zu laufen scheint. Gleichzeitig atmet jeder Song eine feine, französische Eleganz – stilvolles Scheitern im Glitzerlicht eben. In anderen Moment klingt MATTY dann rein musikalisch nach alten BEATLES (“Verocai”) und dann wieder nach einem Erotikfilm aus den Siebzigerjahren. Der zugänglichste Song auf dem Album ist sicherlich “How Can He Be”, mit seinem leicht swingenden Bass und einem wehmütigen Chor als Spitze.

Aber auch das melancholische “Polished” weiß zu gefallen. Leicht verschlafen packt Matthew seine fragilen Lyrics über den abgehobenen Sound. Man muss schon sehr hellhörig sein, um ihm folgen zu können. Zaghafte, aber sichere, Eskalation gibt es dann per Saxophon und Percussion. Seinen Höhepunkt findet “Déjàvu” in einer überlangen Klangreise, einen besseren Rausschmeißer hätte man nicht komponieren können. Vereinzelte Klaviertöne wabern von der Ferne heran, während vorne ein sanft Beat pumpt. Wer SLOE PAUL oder MAC DEMARCO etwas abgewinnen kann, wird mit MATTY auch gut entspannen können. Wenn ich kiffen würde, würde ich es zu MATTY tun.

Für Leute, …
sich gerne mal schwerelos fühlen wollen.

Tracklist “Déjàvu” von MATTY
Embarrassed
Verocai
How Can He Be
I’ll Gladly Place Myself Below You
Clear
Polished
Nothing, Yet
Butter
Déjàvu

Dauer: 35:08
Label: Matty Unlimited
VÖ: 15.06.2018

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