Schalko Cool Artwork

Schalko – Cool – Review

“Cool” heißt das neue Album des Punkrocktrios SCHALKO aus Freiburg. Schalko, das klingt nach Regionalliga Fußball oder spanischem Clown und cool… na ja, eben nach cool. Dabei bietet die Band eher düsteren Punk im Sinne von RAZZIA oder ES WAR MORD an. Raum für positive Gedanken ist kaum, was den modernen PessimistInnen natürlich entgegenkommt. Cool darf lediglich als kühl und wahrscheinlich vom Leben, im Hinblick auf naive Euphorie, abgekühlt verstanden werden.

SCHALKO, 2020 Foto von Frank Bale

Shit can get worse

Alles auf “Cool” wirkt ansprechend dicht und angenehm leer gesaugt. Der Bass schunkelt sich durch den schwarzen Raum, während Gitarre und Drums mehr oder weniger im Gleichklang scheppern. In anderen Momenten wirft sich der Drummer komplett in seinen mantrischen Takt und die Gitarren zerren richtig am Hörer (“Die, die, die”). SCHALKO kreieren eine sture Disharmonie, von der wir Außgestoßenen und Falschverstandenen uns natürlich massiv angesprochen fühlen. Die Texte sind in erster Linie wütend und von (leicht aggressiv) fragendem Unverständnis geprägt. Die Kernfragen sind schnell gefunden: Was ist das für eine Scheiße und wie kann es sein, dass ein Großteil der Gesellschaft das stillschweigend er- und mitträgt? SCHALKO sind quasi die Musik gewordenen Dämonen und Zweifel in unseren Köpfen.

Dein Zustand interessiert hier wirklich nicht

Das Artwork zu “Cool” führt zwar zwangsläufig in die Falle, zumindest wenn man dem vermeintlich vorgefertigten Weg folgt, aber eigentlich bietet es mehr Rosa als Schwarz und somit doch Hoffnung. SCHALKO haben kein gefälliges Album geschaffen, kein Steh-wieder-auf und kein Das-wird-schon. Trotzdem ist es unterm Strich nicht destruktiv, sondern nüchtern und verbindend. Es gibt auch keine Lösungen (“Korallenlift”), aber das Schicksal anzunehmen, das ist manchmal die eigentliche Befreiung.

Dauer: 30:14
Label: Flight 13 Records
VÖ: 11.09.2020

Tracklist “Cool” von SCHALKO
Wegen allem, wegen nichts
Death Cleaning
So tun als ob
Ein Talent hat jede*r
Du, ich und manche von den anderen
Die, Die, Die
Eine Vermutung
Im Weg
Korallenlift
Ignorieren
Genau stimmt nichts

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