Seatemples Tropicos Artwork

Seatemples – Trópicos – Review

Das chilenische Dreampop-Shoegaze-Darkwave-Duo SEATEMPLES veröffentlicht mit “Trópicos” bereits sein drittes Album. Die mit dem Sound vermischten Zutaten Schwermut, Tanzbarkeit und eine gut abgewogenen Klatsche Kitsch, kriegt die Band ganz gut austariert. Immer schön dicht eingekesselt von sphärisch-dickem Sound, muss man sich nicht mit peinlichen Schlageranwandlungen auseinanderschlagen. Die Beats rasen nicht, SEATEMPLES setzen sich gleichermaßen schwerfällig und leichtfüßig in Gang.

SEATEMPLES 2020

In der Luft hängend

Songs wie “Holograms” oder das stampfende “Yule” regen eher zum Schwenken des Körpers in Zeitlupe an, selbst wenn SEATEMPLES hier englisch zu singen scheinen, ist die Soundwand so allgegenwärtig und drückend, dass man den Inhalt sowieso nur erfühlen kann. Mich fängt die Dunkelheit am besten ein, wenn sie ballert wie WOLFSHEIM in den Neunzigerjahren (“M.I.S.”, “Verde Catedral”) oder von kleinen post-punkigen Ruheinseln durchzogen ist (“Ecos”, “Primavera Negra”).

Weder hui noch pfui

Unterm Strich reizen mir SEATEMPLES die Extreme nicht genug aus, der Gesang fliegt irgendwo ungreifbar in der Luft. Die Musik ist einerseits nicht auflösend genug, bindet die HörerInnen zu wenig, da packende Refrains auf “Trópicos” nicht zu finden sind und ist dann aber doch nicht überzeugend genug, um auf die Texte zu pfeifen. Schöne Szenen, wie der ausscherende Bass in “Verde Catedral” oder die dominanten Synthies im Einstieg von “Beagle 185” machen das Album hörenswert. Und eigentlich kann man festhalten, dass SEATEMPELS wahrscheinlich als Instrumentalband besser funktionieren würden. Erst das Outro von “Yule” schafft Begehren und das kommt echt zu spät.

Dauer: 48:10
Label: Eigenproduktion
VÖ: 21.08.2020

Tracklist “Seatemples” von TRÓPICOS
M.I.S.
Ecos
Holograms
Verde Catedral
Chaosphere
Nightfall
Desierto
Primavera Negra
Beagle #185
Yule

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