Lest die Review zu "Modern Primitive" von SEPTICFLESH bei krachfink.de

Septicflesh – Modern Primitive – Review

Mit “Modern Primitive” veröffentlicht die griechische Symphonic-Black-Metal-Band SEPTIFSLESH nach fast dreißig Jahren ihr erstes Album über Nuclear Blast. Am Konzept, der Originalität und der Qualität rüttelt das nicht. Sänger und Bassist Seth Siro Anton, Gitarrist und Zuständiger für Orchester Christos Antoniou, Sänger und Gitarrist Sotiris Anunnaki V, Gitarrist Psychon und Drummer Kerim „Krimh“ Lechner haben ihren richtigen Weg schon lange gefunden.

Spätestens seit der ersten Zusammenarbeit mit dem Filmharmonic Orchestra of Prague ist jede einzelne Komponente auf das Maximallevel gedreht worden. SEPTICFLESH nutzen die Beeinflussbarkeit durch Töne und erzeugen mit der Opulenz von mehreren Instrumenten eine musikalische Macht, die beeindruckend niederschmetternd und trotzdem immer harmonisch ist.

SEPTICFLESH 2022, Foto von Nuclear Blast

Weckt die Toten auf

“Modern Primitive” fühlt sich an, wie ein perfekt abgestimmtes Mehrgänge-Menü, bei dem der Wein nachträglich den Kopf pochern lässt und die Geschmacksknospen ungeahnte Fähigkeiten entwickeln. Mit polternden Metal, der mit dem Kopf durch die Wand will oder zum puren Frustabbau dient, hat das hier mal wieder nichts zu tun. Gemischt von Jens Bogren klingt “Modern Primitive” klar und modern, aber auch voll und in den richtigen Momenten rührend. Feinheiten wie ein kompletter Erwachsenenchor, ein Kinderchor und der Einsatz von traditionellen Instrumenten, befeuern die dichte Atmosphäre.

End of humans, end of lies

Der orientalische Unterton des gelungenen Openers “The Collector” hat die Eruption im Griff, SEPTCFLESH agieren massiv, ja schon stoisch und lockern trotzdem immer wieder so weit auf, dass es modern klingt… und eben nicht wie MELECHESH oder BEHEMOTH vor einigen Jahren. “Self Eater” schwillt komplett an, türmt sich auf zu einem mächtigen Schauermärchen, das den Hörerinnen und Hörern viel abverlangt.

Die Totenbeschwörung im mit Stakkato nach vorne galoppierenden “Necromancer” wird immer wieder von tragischem Streicherarrangement zerschnitten und damit maximal emotional aufgeladen. Hier riffen SEPTICFLESH schon fast in Richtung Djent oder Metalcore, ebenso im folgenden “Coming Storm”. “Desert Throne” erinnert dann schon fast an FEAR FACTORY mit den Szenen der technischen Kühle.

Kino für die Ohren

SEPTICFLESH ballern die Songs nicht zu, treten häufig einen Schritt zurück, um sich ausschließlich mit den Instrumenten auszudrücken, nutzen diese wirklich als zusätzliche Ebene ihrer Erzählung (“A Dreadful Muse”). Sie loten die cineastischen Grenzen allerdings sehr überlegt aus. “Modern Primitive” von SEPTICFLESH ist mal wieder eine gute Gelegenheit, sich den subtilen Horror selbst im Kopf zusammenzuspinnen. Die Bilder vor dem inneren Auge entstehen bei diesem Album von ganz alleine.

Dauer: 38:42
Label: Nuclear Blast
VÖ: 20.05.2022

Tracklist “Modern Primitive” von SEPTICFLESH
The Collector
Hierophant
Self Eater
Neuromancer
Coming Storm
A Desert Throne
Modern Primitives
Psychohistory
A Dreadful Muse

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