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Silverbacks – Fad – Review

Post-Punk-Wave aus Dublin? Gerne her damit, denn damit haben Szenefreunde gerade gute Erfahrungen gemacht. Und mit “Fad” von SILVERBACKS sind dieselben Menschen auch mehr als gut bedient. Gute Laune, trotzdem hängt eine bittere Stimmung in der Luft und alles fühlt sich an wie kurz vor oder nach einem emotionalen Kollaps.

Silverbacks 2020 Foto von Phil Smithies
SILVERBACKS, 2020 Foto von Phil Smithies

Leichtfüßig überzeugend

SILVERBACKS kombinieren die stilprägenden Elemente auf “Fad” hervorragend. Ein durchweg knurrender und freifliegender Bass, ausschüttelnde Gitarren, schnoddrig-frech-smarte Texte und häufig reißen harmonische Flächen große Löcher in die dunklen Wolkentürme. SILVERBACKS halten sich beim Komponieren nicht an irgendwelche Regeln. Die Songs sind dann vorbei, wenn die Band genug hat und nicht wenn unsere Hörgewohnheiten innerlich das Strophe-Strophe-Refrain-Schema abgehakt haben. Das Ende kann ein Knall sein, abrupt kommen oder leise geflüstert werden. “Fad” ist generell eine sehr intuitive Platte, die beiden Interludes und so manche Geräusche sind nicht immer selbsterklärend. Und auch den Country-Ausbruch in “Madra Uisce” muss man nicht verstehen und nur lieben.

Gegen den Strom

Beim Gesang können SILVERBACKS dreigleisig fahren, manches Mal finden Emma, Kilian und Dan auch zusammen (“Klub Silberrücken”). Dadurch entsteht dann eine spannende Abwechslung, die den Sound stark bereichert. Was SILVERBACKS von den eingangs angespielten FONTAINES D. C. unterscheidet, ist die schon fast kindliche Leichtfüßigkeit und die komplette Verweigerung von Hau-drauf-Refrains. Dröge ist die Band deshalb nicht, “Just In The Band” ist trotzdem ein Tanzflächenknaller, aber ohne aufdringlichen “Und jetzt alle!”-Moment. Und “Up The Nurses” eignet sich auch wunderbar zum körperlichen Eskalieren, aber es sind eher das Gefühl und der mantrische Text, die in Erinnerung bleibt. Stichwort THE CARDIGANS aus Schweden, gibt es die eigentlich noch?

Tiefgründig, frech und schlau

Ähnlich tiefgründig wie bei Kollegen von FONTAINES D. C. sind die oft sozialkritischen Texte, bei denen den HörerInnen so mancher Lacher im Hals stecken bleibt (“Drink It Down”, “Fad ’95”). SILVERBACKS sind mit ihrem Debüt “Fad” eine gute Wahl für alle, die sich ihre Höhepunkte selbst suchen und nicht auf den Wink mit dem Lattenzaun warten.

Dauer: 35:38
Label: Central Tones / Cargo
VÖ: 17.07.2020

Tracklist “Fad” von SILVERBACKS
Dunkirk
Pink Tide
Drink It Down
Fad ’95
Dud
Klub Silberrücken
Travel Lodge Punk
Just In The Band
Grinning At The Lid
Muted Gold
Up The Nurses
Madra Uisce
Last Orders

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