Lest die Review zu "s/t" von SKOGSKULT bei krachfink.de

Skogskult – s/t – Review

Die schwedische Doom-Metalband SKOGSKULT lehnt sich mit ihrem s/t-Album ganz schön aus dem Fenster. Die angeblich sinkende Aufmerksamkeitsspanne kontern sie mit Songlängen zwischen 6 und 9 Minuten. Ihre krachenden Momente atmen die Lehren aus BLACK SABBATH, SLEEP und ELECTRIC WIZARD, und ihre Texte drehen sich um nordische Folklore und die schwedische Natur. Jeder Marketingmanager würde also die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, denn damit lockt man die Kiddies nicht an die Streamingnäpfe, um den großen Reibach zu machen. Aber in dem Jahr, in dem der Prince of Darkness von uns gegangen ist, treffen SKOGSKULT damit einen Nerv.

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SKOGSKULT, Foto von Alexander Söderlund

Entgegen aller Marketingstrategien

Abgesehen von den immer wiederkehrenden Riff- und Bassspiralen reißen SKOGSKULT immer wieder gekonnt und überraschend Löcher in ihre eigenen gemächlich vor sich hintuckernden Züge. Schreie durchdringen den wabernden Dampf, die Riffs arbeiten urplötzlich komplett gegensätzlich, oder das Tempo wird stark gedrosselt oder angepeitscht. Es ist bemerkenswert, wie viel sich aus diesem Genre mit etwas Fingerspitzengefühl herausholen lässt.

Es geht letztendlich um den daraus resultierenden Rausch und die Bereitschaft, die nordische Mystik aufzunehmen, die uns Songs wie „Turs“ vermitteln möchten. Das ist selbstverständlich spirituell zu verstehen, kann man aber aufgrund der Wucht und guten Handwerklichkeit der Musik auch deutlich simpler aufnehmen. Statt mit Tonleitern arbeiten SKOGSKULT mit Hall, Gain und sich selbst verzehrenden und in der Luft auflösenden Kompositionen.

Musik über etwas, das größer ist als wir

Schwedisch ist keine weit verbreitete Sprache, für den Genuss von SKOGSKULT auch nicht notwendig. Die Band setzt lediglich ihren Bandnamen, bestehend aus skog für Wald und kult für Pflege, zusammen. In der modernen schwedischen Forstwirtschaft wird damit eine Methode definiert, die Holzproduktion, Biodiversität und Naturschutz fördert. Den Metalheads darf das gerne auch egal sein, denn unterm Strich ist der erste Wurf von Alexander Söderlund, Simon Rosengrim, Albin Kroon und Samuel Nordström erstmal nur ein gutes Metalalbum.

Verlangt Zeit, gibt aber viel zurück

Eines das donnert, das Zeit verlangt und viel zurückgibt. „Jag Ger Mig Av“ katapultiert sich mit einer stoischen Brachialgewalt in den Raum, dass man sich beinahe wegducken möchte. In einem beinahe schon dramatischen Finale branden Gitarre, Drums und Gesang harsch an eine imaginäre Steinwand, dass einem der Mund offensteht. Live sind SKOGSKULT sicherlich eine Freude. Gönnt euch gerne mal die Platte, wenn ihr Musik braucht, um festgenagelt auf der Couch zu hängen, an die Wand zu starren und maximal hier und da bestätigend die Fäuste oder das Bierglas heben wollt.

Dauer: 42:00
Label: Bonebag/Import
VÖ: 05.12.2025

Tracklist „s/t“ von SKOGSKULT
Lyktans Låga
Turs
Jag Ger Mig Av
Pakten
Sol
Snöblind

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