Smokemaster – In The Temple – Review
Mit ihrer dritten Platte „In The Temple“ liefert die Psychedelic-Rockband SMOKEMASTER aus Köln genau das, was man sich unter dem Bandnamen vorstellt. Absolut herrlich zurückgelehnter Rock, der sofort entspannt. Dabei agiert das Quintett alles andere als träge. Neben der Standardinstrumentierung finden Orgel, Keyboard, Querflöte, Sitar und sogar ein Schraubendreher ihren Weg in den Sound. Der ist herrlich sphärisch arrangiert, der Gesang wirkt wie behutsam obenauf gesetzt. Lediglich Gitarre und Drums haben eine Nuance mehr Raum, ansonsten zerfließt alles herrlich ineinander, sodass man komplett darin baden kann.

Keine einspurigen Klangpfade
SMOKEMASTER legen auf „In The Temple“ keinen einspurigen Klangpfad. Stattdessen verschlingt alles, überlagert sich freundlich und eine gute Idee löst die nächste ab. Ohne peinlich verkrampft aus einem Retrozug zu winken, wirken SMOKEMASTER komplett aus der Zeit gefallen. Das bezieht sich nicht nur auf den Sound, sondern auf die authentische Entschleunigung und den liebevollen Detailreichtum, der sich auf „In The Temple“ findet. Man kann keinen einzelnen Song hervorheben, denn die Platte wirkt als Ganzes und zusammenhängend. Eingespielt im bandeigenen Tonstudio, fühlt man sich beim Zuhören aber doch wie mitten in die Jam-Session geraten.
Viele Bands beanspruchen für sich, dass man in ihre Songs wahnsinnig viel entdecken kann. Auf SMOKEMASTERs Album trifft das zur Abwechslung mal zu. Was auf den ersten Blick, wie ein handfester und gut gemachter Song wirkt („Do It Again“), entpuppt sich als ausgefuchstes Meisterstück. SMOKEMASTER selbst nennen TAME IMPALA, HAWKIND, 1000MODS oder DEEP PURPLE als Referenz, mir fällt darüber hinaus noch eine starke Ähnlichkeit zu IRON BUTTERFLY auf.
Unmittelbare Leichtigkeit, die ansteckt
Eine Orgel so zu spielen, dass sie nicht nervt oder infantil wirkt, ist gar nicht so einfach. Gerade der Tastenverantwortliche Tobias Tack zeigt auf „In The Temple“, wie es richtig geht. Die Passagen laufen und trotzdem lässt er die Musik atmen. Generell geht vieles bei SMOKEMASTER weit über das Spielen der „richtigen Noten“ hinaus. Die Platte lebt und vibriert, statt Ausbrüchen und Eskalationen gibt es dauerhafte Spannung. SMOKEMASTER wissen auch, wie man die Songs zu Hits schleift, setzen beim Titelsong auf Akzente bei Keys und Gitarre.
Eine unmittelbare Leichtigkeit macht sich breit und sofort will man mit dem Kopf wippen oder mit den Fingern schnipsen. „Peace Of Mind“ streckt sich gleich Richtung Stadion, SMOKEMASTER machen alles etwas dicker, die Drums zerren die Komposition in die Achtzigerjahre, das Feature mit der Soul-Sängerin Emily Manera gibt SMOKEMASTER einen ganz frischen Anstrich.
Auch für Nicht-Genrefans einen Versuch wert
Abgesehen von der ansteckenden Leidenschaft, die man „In The Temple“ anmerkt, hinterlassen SMOKEMASTER auch den Eindruck, dass sie noch viel mehr Pfeile im Köcher hatten. Trotz der stringenten Linie wirken sie nicht auf irgendetwas festgelegt, man traut ihnen eigentlich zukünftig jede Entwicklung zu. Tolle Platte, in die man auch mal reinhören kann, wenn man sonst nichts mit Psychedelic-Rock am Hut hat, aber auch auf ehrlich gemachte Musik steht. Wer nach harten Kontrasten oder überraschenden Brüchen sucht, könnte die konsequente Entspanntheit als zu gleichmäßig empfinden.
Dauer: 43:12
Label: Tonzonen Records
VÖ: 19.06.2026
Tracklist „In The Temple“ von SMOKEMASTER
No Other One
Sounds from the Ether
Do It Again
Down in the Salt Mines
In the Temple
Under the Sun
Peace of Mind
Electromagnetic
Citrus Leaves
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