Spiritworld Pagan Rhythms Artwork

Spiritworld – Pagan Rhythms – Review

Hört man den Bandnamen SPIRITWORLD, den Albumtitel “Pagan Rhythms” und sieht das Bandfoto in der Wüste mit protziger Karre und Cowboyhut, dann denkt man an alles, nur nicht an die Musik, die tatsächlich auf dem Album der Amerikaner ist. Serviert wird grober Hardcore mit Death-Metal-Pointen und einigen – wenn auch nur kurz aufflammenden – kreativen Ideen. Stu Brundy (Ex-FOLSOM) gibt uns ordentlich auf die Nacken und heizt ein brutal tiefer gestimmtes Riff-Inferno an, dem Drummer Matt Schrumm ordentlich Saures gibt. Und auch Thomas Pridgen, ehemals THE MARS VOLTA, hat ebenfalls einiges eingetrommelt, was alles nur noch verwirrender macht.

SPIRITWORLD 2021, Foto von Century Media

Messerscharfes, aber vorhersehbares, Riffing

Grundsätzlich haben wir es bei SPIRITWORLD mit links rein, rechts raus-Musik zum schnell konsumieren und auch schnell wieder vergessen zu tun. Das ist gar nicht grundsätzlich schlecht. Die Band knippelt den Sack eben kompromisslos rasch zu, die breitbeinigen Riffs und von der Seite reinfliegenden Gitarrensoli haben aber durchaus Charme. Ebenso wie stoische Gebrülle. Die Songs voneinander zu unterscheiden, das fällt schon etwas schwerer. Aber wenn sich mal ein Highlight nach vorne kämpfen kann, dann können SPIRITWORLD gut punkten. Oder eben auch positiv irritieren, wie mit dem sphärisch einsteigenden “Armageddon Honkytonk & Saloon”. Was erst wie eine augenzwinkernde Werbung wirkt, ist die kurze Verschnaufpause, bevor die nächste Runde Rumstoßen eingeläutet wird.


Mehr Death bitte

SPIRITWORLD gefallen mir am besten, wenn sie wie in “Godless” die Waage Richtung Death Metal neigen und richtig aus allen Rohren ballern. Dann gibt es auf “Pagan Rhythms” wirklich gar nichts mehr zu lachen und wir befinden uns in einem seltsamen Mischmasch aus CANNIBAL CORPSE, SUICIDAL TENDENCIES und SLAYER. Gibt es Schlimmeres. Der Sänger lässt sich wie folgt zitieren: “Meine Urgroßmutter war Cherokee und mein Großvater arbeitete auf einer Ranch und war ein Rodeo-Cowboy… Im Radio unsere Familienautos explodierte eine Mischung aus GEORGE JONES, SLAYER und 7 SECONDS und ich habe mich in alles verliebt.” Hört man, auf das selbst zugeteilte Genre Death Western kommt man jetzt nicht von alleine.

Wenn SPRITIWORLD wie in “Night Terrors” macht kurz aufmachen und das groovende Riffing in den Vordergrund stellen, bekommt man eine Ahnung davon, was hier eigentlich drin gewesen wäre. Und da wäre noch einiges gegangen, das merkt man schon alleine am mit Gospel auslaufenden Rausschmeißer ” Ritual Human Sacrifice”.

Dauer: 31:12
Label: Century Media / Sony
VÖ: 05.11.2021 (schon digital erschienen)

Tracklist “Pagan Rhythms” von SPIRITWORLD
Pagan Rhythms
The Bringer Of Light
Unholy Passages
Night Terrors
The Demon Storm
Armageddon Honkytonk & Saloon
Godless
Comancheria
Ritual Human Sacrifice

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ALLUVIAL – Sarkoma
BAEST – Necro Sapiens
BENEATH THE MASSACRE – Fearmonger
ENTOMBED A.D. – Bowels Of Earth
RINGS OF SATURN – Gidim
NILE – Vile Nilotic Rites
TARGET – Deep Water Flames
IMPLORE – Alienated Despair
VITRIOL – To The Bathe From The Throat Of Cowardice
NAPALM DEATH – Logic Ravaged By Brute Force
VERDERVER – Weltunter
VADER – Solitude In Madness
MANTAR – Grungetown Hooligans II
NAPALM DEATH – Throes Of Joy in the Jaws of Defatism
KATAKLYSM – Unconquered
BAEST – Venenum
ENFORCED – Kill Grid
SANGUISUGABOGG – Tortured Whole
NECRONAUTICAL – Slain In The Spirit

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