Lest die Review zu "Wild Loneliness" von SUPERCHUNK bei krachfink.de

Superchunk – Wild Loneliness – Review

Für ihr zwölftes Album “Wild Loneliness” mussten SUPERCHUNK ihren kreativen Prozess komplett umstellen und jeweils daheim aufnehmen. Durch die Isolation erspielte sich die Band allerdings damit ganz neue, ungeahnte Freiheiten. So dürfen wir uns nun über einen dick mit Streichern und Bläser angereicherten Sound freuen, der eine friedliche Atmosphäre schafft.

Mac McCaughan gelingt es tatsächlich immer und immer wieder, Ohrwurmspitzen zu setzen, die einen nicht so schnell verlassen, aber in keiner Sekunde aufgedrängt und effekthaschend wirken. Mit an Bord sind außerdem Norman Blake und Raymond McGinley von TEENAGE FANCLUB, Mike Mills, Andy Stack von WYE OAK und Tracyanne Campbell von CAMERA OBSCURA.

SUPERCHUNK, 2022, Foto von Brett Villena

Ein bisschen Frieden

Es wirkt schon fast zynisch und aktuell etwas vermessen, aber mit “Wild Loneliness” gelingt es SUPERCHUNK tatsächlich die Hörerinnen und Hörer etwas zur emotionalen Ruhe zu bringen. Es hat etwas ungemein beruhigendes, wie die Gitarren in “Endless Summer” nach vorne tänzeln, ohne zu großes Tam-Tam und eine sanfte Aufbruchsstimmung verbreiten. Die SUPERCHUNK dann mit einem herrlich gegen die Erwartungshaltung arbeitenden Text selbst blockieren. Der niemals endende Sommer spielt selbstverständlich auf die Klimakrise und die vermeintliche Aussichtslosigkeit an.

Make friends with your local monster

Das ganze Album ist als gut gemeinte Hymne auf die schlechte Laune zu verstehen. Die Band vermittelt uns den Eindruck, dass es in Ordnung ist, sich scheiße zu fühlen (“Refrecting”), was aber noch lange nicht bedeutet, dass die Musik, die wir hören, schlecht sein muss. Mit in die Breite gehenden Songs wie “Highly Suspect” untermauern SUPERCHUNK ihre Daseinsberechtigung und heben sich meilenweit von den Bands ab, die einfach nur aus Prinzip weiter Platten aufnehmen. Komplett aus der Zeit gefallen, wickeln uns die Amerikaner in diesen emotional und von Bläsern verdichteten Gute-Laune-Bringer ein.

Highlight von “Wild Loneliness” ist der heimliche Hit der Platte. Ein Gefühl, das man in ganz jungen Jahren wahrscheinlich noch gar nicht nachvollziehen kann. Es geht darum, sich Freiraum als Paar zu verschaffen und gemeinsam diesen ganz besonderen Moment von inniger Liebe zu spüren. Und nein, es geht nicht um Sex.

Kein Steh-wieder-auf

Und genau deshalb, weil SUPERCHUNK den Druck herausnehmen und dir keine Steh-wieder-auf-Parolen auf die Ohren hauen, genau deshalb macht “Wild Loneliness” so glücklich. Mit dem Klaviergetupften “On The Floor” lenkt die Band unsere Aufmerksamkeit auf die kleinen Dinge im Leben, die vermeintlich unnötigen Details, aus denen sich Hoffnung schöpfen lässt. Das Album wirkt wie ein aus Tönen gebaute Höhle, in die man sich gerne verkriechen kann, wenn man möchte.

Dauer: 38:39
Label: Merge
VÖ: 25.02.2022

Tracklist “Wild Loneliness” von SUPERCHUNK
City Of The Dead
Endless Summer
On The Floor
Highly Suspect
Set It Aside
This Night
Wild Loneliness
Refracting
Connection
If You’re Not Dark

Artikel, die Dir gefallen könnten:
FUCKED UP – One Day
MUSA DAGH – No Future
MUMMY’S A TREE – New Song
Interview mit PALE zum Album “The Night, The Dawn And What Remains”
L.S. DUNES – Past Lives 
Podcast Folge 79 mit Karl und Jörkk von LOVE A über “Meisenstaat”
PETER DOHERTY & FRÉDÉRIC LO – The Fantasy Life Of Poetry & Crime
MELTING PALMS veröffentlichen Video zum Song “Crimson Eye”
KEEGAN – Daylight Robbery
ACHT EIMER HÜHNERHERZEN – album
ANNA ABSOLUT – 2×3
WENN EINER LÜGT DANN WIR – Ironie Oder Schicksal 
SVEN THE SLACKER – Dogtown (EP)
SCHRENG SCHRENG & LA LA – Projekt 82
LOVE A live in der Oetinger Villa in Darmstadt am 06.03.2020
SCHRENG SCHRENG & LALA – Alles Muss Brennen (EP)
RAUCHEN – Gartenzwerge unter die Erde
TURBOSTAAT – Uthlande
FRITZI ERNST – Keine Termine
RONGKONGKOMA – Lebe Dein Traum
TRIXSI – Frau Gott
ACHT EIMER HÜHNERHERZEN verschieben Tour auf 2022
BAZOOKA ZIRKUS – Ach, das könnte schön sein
Der Quarantänekalender – Tipps und Tricks gegen Lagerkoller: Folge 4 mit SCHRENG SCHRENG & LA LA
SCHRENG SCHRENG & LA LA – Alles muss brennen (EP)
HARRY GUMP – Von Mauern, Türmen, Brücken und Wegen
DEW – rau
DAGOBERT – Jäger
THE BLACK ELEPHANT BAND – Master Of Indecision
Podcast Folge 02 mit Dr. Marco Pogo von TURBOBIER über die Bierpartei
RAZZIA – Am Rande von Berlin
DAN GANOVE – Schlafzimmerblick
Folge 18 – Lasse und Jörkk von SCHRENG SCHRENG & LA LA zum Album “Projekt 82”
Podcast Folge 31 mit IM TAXI RAUCHEN über “Weil wir es auch nicht besser wissen”

SUPERCHUNK im Netz

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert