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Susanne Fröhlich – Blümerant – Review

Wer es bis jetzt noch nicht getan hat, sollte spätestens mit „Blümerant“ von Andrea Schnidt in die Reihe einsteigen und die gesamte Serie rund um die Familie Schnidt entdecken. Die Frankfurter Bestseller-Autorin, Podcasterin und Moderatorin legt inzwischen den 14. Band dieser fortlaufenden Familiengeschichte vor. Schon nach wenigen Seiten hat man das Gefühl, mitten im Leben dieser Familie zu stehen – fast so, als säße man selbst in einer WhatsApp-Familiengruppe oder am gemeinsamen Tisch über die Weihnachtsfeiertage.

Eine ganz normale Familie

Im Mittelpunkt steht dabei nicht die überraschende Wendung oder die große dramatische Zuspitzung, sondern das erzählerische Wiedererkennen des Alltäglichen. Susanne Fröhlich gelingt es, über fast zwei Jahrzehnte hinweg das Leben einer Familie zu begleiten, die in ihrer Normalität fast exemplarisch wirkt: mit Geschwisterstreit, kleinen und großen Eitelkeiten, liebenswerten wie anstrengenden Charakteren, Nachbarschaftsdramen und dem ganz normalen Reihenhausfrust. Unterschiedliche Lebensentwürfe, Trennungen, neue Partnerschaften und das ständige Aushandeln von Nähe und Distanz machen die Figuren dabei so zugänglich. Gerade weil vieles vertraut wirkt, entsteht schnell eine Nähe, die auch dann trägt, wenn – wie bei „Blümerant“ – der zentrale Twist früh absehbar ist.

In „Blümerant“ nimmt uns Susanne Fröhlich mit auf eine Kreuzfahrt zum Nordkap. Ex-Schwiegervater und Vorzeigehesse Rudi gibt sich großzügig und lädt Andrea, Enkel Halvar, Paul und natürlich seine zweite große Liebe Irene ein. Angeblich soll es seine letzte große Reise sein. Schon die Planungen gestalten sich herausfordernd, doch auf dem Schiff geht es erwartungsgemäß drunter und drüber. Rudi und Irene werden aus mysteriösen Gründen als die ältesten Passagiere über alle Maßen hofiert. Und während Andrea sich eigentlich lieber dem All-inclusive-Buffet widmen würde, hat ihr Paul andere Pläne. Und auch ihre Rolle als Großmutter fordert sie stärker, als ihr lieb ist.

Über die liebenswerten Schwächen

Susanne Fröhlich hat ein feines Gespür für die Schwächen, die Menschen zugleich liebenswert und unangenehm echt machen. In „Blümerant“ entstehen erneut zahlreiche peinliche Situationen, in denen man sich selbst oder das eigene Umfeld wiederzuerkennen glaubt. Entsprechend leicht und unterhaltsam liest sich der neue Roman. Zwischendurch ertappt man sich dabei, die einst kleine Claudia mit deren Geburt die Buchreihe begann beinahe wie eine vertraute Person zu betrachten und ihr Handeln innerlich zu kommentieren. Zwar sind manche Szenen bewusst überzeichnet und nicht alles wirkt realistisch, doch genau das trägt zur Dynamik der Geschichte bei und verleiht ihr einen angenehm eskapistischen Charakter.

Einer der stärken Bände der Reihe

Am Ende von „Blümerant“ entsteht der Eindruck, dass Susanne Fröhlich etwas zu schnell und beinahe überhastet ins Ziel steuert. Die Ereignisse überschlagen sich, sodass man ihnen kaum noch folgen kann. Insgesamt gehört der Roman innerhalb der Reihe dennoch zu den stärkeren Bänden, nicht zuletzt wegen der unterhaltsamen Beobachtungen aus dem Alltag einer Kreuzfahrt. Fröhlich hat sich ein vielstimmiges Ensemble geschaffen, das unterschiedlichen Figuren Raum gibt und verschiedene Perspektiven sichtbar macht. Dadurch gelingt es ihr, zahlreiche Haltungen nebeneinanderzustellen, was „Blümerant“ insgesamt vielschichtiger und diskussionswürdiger erscheinen lässt.

Seiten: 272
Verlag: Knaur HC
ISBN-10: 3426571714
ISBN-13:  978-3426571712
VÖ: 01.06.2026

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