Swartzheim – Wounds – Review
Mit „Wounds“ legt die dänische Crossover-Metal-Band SWARTZHEIM ein Album vor, das an alte Zeiten anknüpft, ohne sich anzubiedern. Es gibt einfach gewisse musikalische Stilelemente, die unkaputtbar sind, und Thrash Metal gehört mit Sicherheit dazu. Dementsprechend brettert die Band mit Dampfhammergeschwindigkeit nach vorne und brüllt, dass einem schon vom Zuhören die Stimmbänder brennen. Auf die Produktion wurde ein interessanter Filter gelegt, der den Gesang von den Instrumentalparts abrückt, sodass sich ein angenehmes Grind-Flair und eine interessante Distanz einstellt.
SWARTZHEIM sind nicht auf Hits aus, griffig sind hier nicht die Refrains, sondern die Momente, in denen Gitarre, Drums und Bass kollektiv den Nacken nach unten drücken. Ein angriffslustiges Album, das nichts verspricht und dementsprechend auch nichts einlöst.

Klangbild zwischen Distanz und Dampfhammer
Was „Wounds“ von SWARTZHEIM trotzdem bemerkenswert macht, ist die Konsequenz, mit der die Band ihren Rabatz aufführt. Es gäbe mit Sicherheit massig Möglichkeiten, hier und da etwa zu feilen, um länger im Gedächtnis zu bleiben. Bewusst scheint die Band auf den Moment der Überrumpelung zu setzen, lieber mit dem Kopf durch die Wand, und ob der Schutthaufen dann imposant ist, ist am Ende auch egal. Ganz dreist bauen SWARTZHEIM dann noch offensichtliche Verbeugungen ein.
„No One To Blame“ hat sich nicht nur nachvollziehbar am Aufbau bekannter METALLICA-Songs aus den Achtzigern bedient, sondern auch dreist deren damaliges Vorgehen übernommen. Und? Wer will was dagegen machen? Richtig, niemand. Thrashheimer sind in der Regel eh Trveheimer und von daher mit einer guten Kopie immer noch zufriedener als mit einer halbgaren Weiterentwicklung.
SWARTZHEIM liefern Hommagen und Dreistigkeiten
Live blasen SWARTZHEIM einem mit „Wounds“ garantiert die Mähne nach hinten. Das ist ganz sicher ihr Plan. Theoretisch wäre mehr drin, denn was sich hier noch in dem Verlegenheitspräfix Crossover versteckt, sind durchaus Anzeichen für Ideen. Groove Metal, bereits erwähnter Grindcore und ein bisschen gegen den Strich geföhnter Classic Rock zwicken die eigentlich thrashigen Kompositionen. Im preschenden „Thrown Away“ mit seinem interessanten Bruch zeigt sich durchaus Potential.
Einer der Gitarristen scheint extreme Ambitionen für Soli zu haben, die aber leider durchweg an bereits veröffentlichte von bekannten Bands erinnern („Execute“). Wie er geschickt immer einen Halbton über oder unter der eigentlichen Idee bleibt und angefangene Hommagen am entscheidenden Punkt abbricht, ist schon charmant und ihm wirklich nicht übel zu nehmen. Ebenso wenig wie das SLAYEReske Aufziehen im Einstieg zu „Discarded“. Irgendwie muss man ja anfangen.
Live mit Sicherheit ein Biest
Auf Albumlänge landen SWARTZHEIM damit gerade so an der Grenze des Ertragbaren, live sieht das mit Sicherheit anders aus. Wer die richtigen Knöpfe drückt, gewinnt und zwar ganz gleich, ob die andere Bands schon vorher gedrückt haben. Und mit ein oder zwei Kaltschalen auf einem Festival, ist das eh wumpe. Ob „Wounds“ auf Dauer lange reizt – die Geräuschbelästigungen „Intro“ und „Outro“ kann man gerne skippen – und warum man nicht einfach die Klassiker hören sollte, ist noch nicht ganz klar.
Dauer: 30:32
Label: Bloodblast Distribution
VÖ: 05.12.2025
Trackliste „Wounds“ von SWARTZHEIM
Intro
Wounds
No One To Blame
Sympathy
Discarded
Spitting Nails
Artillery
Execute
Thrown Away
Outro
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