Sylosis_Cycle_Of_Suffering

Sylosis – Cycle Of Suffering – Review

Die britische Melodic-Thrash-Metalband SYLOSIS meldet sich nach (für meinen Geschmack) viel zu lange Pause mit ihrem fünften Album “Cycle Of Suffering” zurück. Als Grund für die verhältnismäßig lange Abstinenz, gibt die Band eine Schaffenspause für Fronter Josh Middleton an. Wenn das zu diesem Ergebnis führt, sollte die Band das gerne etablieren. Neben ihren bereits bekannten Stärken – beeindruckend gute Gitarrenskills und eine verschachtelten Melodieburg mit etlichen Geheimgängen und unentdeckten Kammern- haben sich SYLOSIS sich noch weitere Facetten erboxt.

SYLOSIS, 2020

SYLOSIS kommen gestärkt zurück

Nach einem sehr starken, aber für die Band nicht ungewöhnlichen, Einstieg mit “Empty Prophets”, hauen SYLOSIS mit “I Sever” den ersten Klopper raus. Ein fast Pagan-metallischer Einstieg schaukelt sich zu einem fein nach vorne geprügelten Thrasher auf, der herrlich mit einem singenden Schmeichelsolo und einem hymnischen Finale eskaliert. Alleine bis hierhin bieten SYLOSIS schon weitaus mehr, als manch andere Truppen. Der neue Schlagzeuger Ali Richardson leistet einen merklichen Beitrag dafür, dass SYLOSIS noch beweglicher und somit in den weichen und harten Momenten intensiver klingen. Mühelos pendelt die Band zwischen diesen beiden Extremen und schafft in dieser Hinsicht einen sehr großen Entwicklungssprung im Vergleich zum Vorgänger “Dormant Heart”.

Next level, please

Mit “Invidia” wurde das Highlight von “Cycle Of Suffering” clever in der Mitte verpackt. SYLOSIS übertreffen sich hier selbst und packen all ihre Trademarks zu ihrem ersten wirklichen Hit zusammen. Kühle Zerstörung, beeindruckende Skills, Gänsehautmomente und gewaltige Pitpower – hier kommt alles zusammen. Verbeugt euch Freunde! SYLOSIS gelingt es tatsächlich, mit ihrer Musik das Kopfkino massiv anzuregen und in eine andere Sphäre abzutauchen.

So macht Leiden Spaß

SYLOSIS haben es nicht nötig, ihre Muskeln spielen zu lassen und sich rein auf ihre meisterhaften Fähigkeiten an den Instrumenten zu verlassen. Ihr handwerkliches Talent gießen SYLOSIS nämlich in großartige Kompositionen aus. Kompositionen, die unerwartet grell strahlen, euch aggressiv an die Wand drücken oder im richtigen Moment beides vermischen. Nicht nur in “Shield” oder “Idle Hands” spannt das Quartett ganz unvermittelt einen breiten Harmonieschirm auf, der sich ganz organisch mit dem prügelnden Schlagzeug verbünden. Die Gitarren überschreiten mehr als einmal ihre eigentliche Kompetenz als Taktgeber (” Disintegrate”) und dürfen schon fast als zweite Stimme gewertet werden. “Cycle Of Suffering” von SYLOSIS war die lange Wartezeit absolut wert und empfiehlt sich als heißer Anwärter auf einen Dauerplatz in der Anlage. Die Frage nach den Erben der großen Bands dürfte sich angesichts von Bands wie SYLOSIS eigentlich nicht mehr stellen. Ganz großes Kino!

Dauer: 50:58
Label: Nuclear Blast
VÖ: 07.02.2020

Tracklist “Cycle Of Suffering” von SYLOSIS
Empty Prophets
I Sever
Cycle Of Suffering
Shield
Calcified
Invidia
Idle Hands
Apex Of Disdain
Arms Like A Noose
Devils In Their Eyes
Disintegrate
Abandon

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