Symmetry Lover - st Coverartwork

Symmetry Lover – s/t – Review

SYMMETRY LOVER aus Dortmund legten jüngst ihr “s/t” Album vor. Was mir an dem Album zuerst auffällt, ist der unfassbar geile Sound. Man hat das Gefühl, das Quartett reißt sich direkt im heimischen Wohnzimmer die Brust auf und zelebriert ihren atmosphärischen Emo-Post-Punk exklusiv. Der Bass wummert richtig, jeder Drumschlag scheint plastisch greifbar, die Schreie von Sängerin Ina erreichen mich mit voller Breitseite und ohne Vorwarnung, während die Gitarrenwände über mir einbrechen.

Kollektive Verzweiflung

Wuchtig ist das erste Album von SYMMETRY LOVER also, die Band scheint es wissen zu wollen. Die Intensität des Sounds und des Gesangs ist packend, dem Genre schon fast nicht mehr angemessen, erinnert eher an Depressive Black Metal. Richtig überzeugend wird alles aber dann, wenn sich mit “Gods And Beats” der erste Ohrwurmbeat dazugesellt. Klang alles vorangegangene lediglich wie eine anständige Katharsis, wird nun trickreiches Songwriting daraus. “Consequences” schwingt dann die Punkkeule, die plötzlich erkennbaren Strukturen halten allerdings nicht lange. Macht kaputt, was euch kaputt macht. Richtig lange können SYMMETRY LOVER keine Ordnung halten, hauen jedes Muster kurz und klein und ordnen es neu.

SYMMETRY LOVER fordern ihre Hörer

Am Ende zeigt sich die Band fast versöhnlich, zum Einstieg Void” darf man sich die Wunden lecken und mit den schon fast fröhlichen Takt wieder Fahrt aufnehmen, bevor die Gitarrenwände wieder alles eng machen. Auch “Architect” ist deutlich flächiger und widmet sich dem Post in Post-Hardcore. “s/t” von SYMMETRY LOVER ist ganz sicher weder was für schwache Nerven, noch für zwischendurch. Das Quartett liefert hier ein dunkles, melancholisches Album voller Wut und Verzweiflung ab. Man kann es auflegen, um sich abzureagieren oder aufzustacheln. Live ist das garantiert eine Grenzerfahrung, die man mal gemacht haben sollte.

Label: Through Love Records
Dauer: 29:28
VÖ: 05.07.2019

Tracklist “s/t” von SYMMETRY LOVER
Silent Riots
In These Woods
Golden Threads
Gods And Beasts
Consequences
Void
Architect
Tired Future

SYMMETRY LOVER bei Facebook

Auch das neue Album von COUNTERPARTS schreit gegen die schlechten Gedanken an, die Review zu “Nothing Left To Love” findet ihr hier.

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