Lest die Review zu "The Future Is Here And Everything Needs To Be Destroyed" von THE ARMED bei krachfink.de

The Armed – The Future Is Here And Everything Needs To Be Destroyed – Review

THE ARMED sind keine leichte Kost, und auch ihr neues Album „The Future Is Here And Everything Needs To Be Destroyed“ wirkt auf den ersten Blick zerstörend. Das anonyme amerikanische Hardcore-Punk-Musikkollektiv reizt die Kontraste so extrem aus, dass herkömmlich geschulte Ohren erst einmal irritiert sein werden. Manche Kompositionen wirken wie zwei unterschiedliche Ansätze, mit Gewalt ineinanderverhakt. Im Kontext von THE ARMED ist das durchaus logisch, und als Transfer der aus unzähligen Kontrasten und Widersprüchen bestehenden Welt ist das eine durchaus logische Reflektion.

Für die Hörer und Hörerinnen bedeutet das allerdings, dass sie sich im einen Moment wütend die eigenen Augäpfel eindrücken wollen und im nächsten zufrieden auf fluffigen Wolken davonschweben. Wer das mag, ist hier richtig.

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THE ARMED 2025, Foto von Joseph Duarte

Verwirrung mit System: Der Plan hinter dem Chaos

Dass man THE ARMED mit wenigen Genres einzäunen könnte, ist natürlich Quatsch. Für das, was auf „The Future Is Here And Everything Needs To Be Destroyed“ passiert, mangelt es schlichtweg an nachvollziehbaren Einordnungsmöglichkeiten. „Ultrapop“ lautete der Titel der vorletzten Platte von 2021 – das deutet zumindest die Eskalation an. Es gibt eine Liste an beteiligten Personen von THE ARMED, unter anderem von namhaften Bands wie QUEENS OF THE STONE AGE, THE DILLINGER ESCAPE PLAN, CONVERGE, METZ und JANE’S ADDICTION. Wer nun mit der Lupe auf die Suche geht, wird tatsächlich Spuren und Einflüsse in den Komponenten finden.

Zwei Minuten Wahnsinn und eine Vision der Zukunft

Es gibt Tricks auf „The Future Is Here And Everything Needs To Be Destroyed“ von THE ARMED, die durchaus logisch und erwartbar sind. Der Opener „Well Made Play“ tritt erwartungsgemäß die Tür ein, bringt die Boxen zum Bersten und die Mainstream-Fans zum Abschalten oder Weglaufen. Ohne große Overtüre reißen THE ARMED das Tuch von den Pfeilern, die sie stützen, und zelebrieren eine wilde Jazz-Ektase, flankiert von gain-lastigem Gebrüll. „I Steel What I Want“ wirkt dagegen beinahe zahm mit seinem post-punkigen, nach vorne getickerten Flow und der einprägsamen Hook.

Finale ohne Gnade

„Gave Up“ schenkt sich einen Anfang und steht breitbeinig mitten in einem von Drums verfledderten Song mit disharmonischen Kreuzungen. Das ist verwirrend und gleichzeitig massiv einnehmend. In weniger als zwei Minuten ballern uns THE ARMED einen ambivalenten Batz vor die Nase, den niemand auf Anhieb versteht. Das lässt sich genremäßig unmöglich einordnen – so könnte die Musik der Zukunft klingen. Die Emotionen werden sich aufschaukeln, vielleicht ist dieses Schreien in wenigen Jahrzehnten normaler Gesang? „A More Perfect Design“ wankt bedrohlich auf uns zu, das Ende von „The Future Is Here And Everything Needs To Be Destroyed“ ist wahrlich kein versöhnliches.

Dröhnen und Gekreische leiten uns den Weg auf der Platte heraus, und man fragt sich, zufrieden und herrlich ausgelaugt: Was war das denn bitte?

Dauer: 32:22
Label: Sargent House 
VÖ: 01.08.2025

Tracklist „The Future Is Here And Everything Needs To Be Destroyed“ von THE ARMED
Well Made Play
Purity Drag
Kingbreaker
Grace Obscure
Broken Mirror (Feat. Prostitute)
Sharp Teeth
I Steal What I Want
Local Millionaire
Gave Up
Heathen
A More Perfect Design

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