Lest die Review zu "Detonate" von THE CASUALTIES bei krachfink.de

The Casualties – Detonate – Review

Es gelingt wenigen Bands, sich kaum zu verändern und trotzdem zu begeistern. Hört man „Detonate“, die neue Platte der legendären Streetpunks THE CASUALTIES aus New York, scheiden sich die Geister. Für die einen ist es das einfallslose Wiederkäuen von blind übernommenen Handgriffen, für die anderen genau das vertraute Klangbild, das sie suchen. Der Großteil von „Detonate“ scheint vorhersehbar.

Die Einordnung fällt anders aus, wenn man bedenkt, dass THE CASUALTIES die Szene Anfang der Neunzigerjahre mitgeprägt und viele der hier verwendeten Floskeln und Stilmittel selbst mitentwickelt haben. Gerade deshalb wirken diese vertrauten Muster weniger wie bloße Wiederholung, sondern eher wie eine selbstbewusste Rückversicherung der eigenen Herkunft.

Lest die Review zu "Detonate" von THE CASUALTIES bei krachfink.de
THE CASUALTIES 2026, Foto von Jeff Schaer-Moses

Rebellion im Dauerloop

„Detonate“ profitiert definitiv von dem rauen, ungeschliffenen Sound, mit dem THE CASUALTIES ihr Präfix „Street“ verdient haben. Am besten sind sie allerdings, wenn sie wie in „The Empire“ die Flucht öffnen und mit Hilfe von Hardcore heftige Pogo-Abfahrten kredenzen. Man kann nicht behaupten, dass die Platte beliebig durchrauscht; es bleibt einiges hängen, allerdings nichts, wonach man gezielt sucht oder wonach man sich verzehrt.

Das klingt ereignisloser, als es ist. Mit 1876 („Ashes Of War“) haben sie eine verhältnismäßig frische Punkband als Feature dabei und mit Vinnie von AGNOSTIC FRONT („Brick By Brick“) eine legendäre Szenegröße, die noch einmal zehn Jahre mehr auf dem Buckel hat als THE CASUALTIES. Exkurs für alle, die sich außer für Punk auch noch für Gossip interessieren: Der Drummer von THE CASUALTIES ist nicht der Verflossene von Bill Kaulitz.

Stillstand als Konzept

Dass THE CASUALTIES die Zügel immer noch kein Stück lockerlassen, macht „Detonate“ bemerkenswert. Die Rebellion als Waffe, das Leben als Kampf, das wirkt nicht wie ein aufgesetztes Stilmittel, sondern zieht sich authentisch durch die Platte. „Free to be who we wanna be“, eine Zeile aus „Allies And Assassins“, die man einer Band wie THE CASUALTIES in Kombination mit ihrem weiterhin provokanten Auftreten abnimmt. Wenn die richtigen Leute im passenden Umfeld zusammenkommen, kann man hier schon eine Art Detonation erwarten.

Wiederholung mit Überzeugung

Ob das zeitgemäß ist oder man diese Art des Aufbegehrens als sinnlos werten mag, obliegt jedem selbst. Wenn THE CASUALTIES mit folkigem Einschlag versuchen, die „Guten“ mit „Few The True“ zu vereinen, ist das sogar kurz egal. „Detonate“ von THE CASUALTIES ist ein Statement für den Punk, dafür dass er standhaft ist und gleichzeitig stillsteht.

Dauer: 29:06
Label: Hellcat Records / Indigo
VÖ: 27.03.2026 (digital) | 10.07.2026 (physisch) 

Tracklist „Detonate“ von THE CASUALTIES
Born To Kill
No Way Out
The Way Things Were
Tonight
Partners In Crime
Crazy Dreamer
Wicked Game
Walk Away (Don’t Look Back)
Never Goin‘ Back Again
Don’t Keep Me Hanging On
Over You

Alben, die Dir gefallen könnten:
ABRISS – Kill Your Idyll
RAUCHEN – Fallen und Schweben
NEIN – Wo soll das alles enden
GRADE 2 – Talk About It
krachfink.de präsentiert: ERSATZKOPF November 2026 auf Tour
BRIEFBOMBE – Deutsche Pest
TISCHLEREI LISCHITZKI – Wir ahnen Böses
SCHWINDEL – Tod dem Diktator
Podcast Folge 02 mit Marco Pogo von TURBOBIER über die Bierpartei
ALARMSIGNAL – Insomnia
ZYMT – Hochstapeln in der Bückzone
Interview mit SURREAL FATAL zum Album „Fuge“
Podcast Folge 82 mit GOLDZILLA über “Goldzilla vs. Dortmund”
RAZZIA – Am Rande von Berlin
SLIME – Wem gehört die Angst?
Podcast Folge 51 mit Costa von SONDASCHULE zum Album “Unbesiegbar”
POGENDROBLEM – The Great Resignation
BERLIN 2.0. – Kaltental
BONY MACARONI – Death Drive

THE CASUALTIES bei Instagram

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert