The Offering - HOME - Artwork

The Offering – HOME – Review

THE OFFERING aus Amerika greifen mit ihrer sehr modernen Genremischung das Schubladendenken massiv an. Auf sehr hohem Niveau vermengt die vierköpfige Band fast alle verfügbaren Stilarten, seit 2015 spielen sie in dieser Kombination und bisher gab es eine EP. In diesem Jahr wird die Band nun mit ihrem ersten Album auf Wacken beweisen dürfen und eines ist klar, sie werden ihr Publikum finden. Wer viel zusammenbringen will, der muss auch handwerklich einiges können. Das ist bei THE OFFERING auf jeden Fall gegeben. Gitarrist Nishad George feuert seine Soli mit Lichtgeschwindigkeit ab und Sänger Alexander Richichi bieten eine enorme gesangliche Bandbreite seiner sehr markanten Stimme an (“Glory”), die wirklich keine Wünsche offen lässt. Drummer Steve Finn und Bassist Spencer Metela stehen den beiden in nichts nach, “HOME” ist einfach eine amtliche Teamleistung.

Just call it metal, please

“Ultraviolence” erinnert stark an SYSTEM OF A DOWN, während der Anfang von “A Dance With Diana” an METALLICAs Anfänge denken lässt. Gerade in diesem Song bieten THE OFFERING ein sehr gut anschwellendes Songwriting an, das ist wirklich fernab von üblichen Standards. Die Ideen scheinen nur so aus THE OFFERING herauszusprudeln. Sollte die Band live dieses Niveau halten können, wird das sicher für Band und Fans befriedigend und ganz schön anstrengend. Balladen sucht man auf “HOME” vergeblich, auch wenn es durchaus mal kurze, stillere Momente gibt. Dafür gibt es einige Nackendrücker par excellence und richtig viele überzeugende pure Metalmomente, teils auch schön progressiv ausgestaltet.

Power Metal kreuzt durch Thrash Riffs, folkige Szenen treffen auf Nu Metal Groove, THE OFFERING machen alles mühelos möglich. Lediglich der Titelsong nimmt sich mit 14 Minuten zu viel vor. Leider überschreiten die vier Musiker hier ihre ganz persönlichen kompositorischen Grenze. Selbst wenn der Song eine interessante weitere Seite der Band zeigt, ist er einfach nicht mehr eindeutig stimmig komponiert. Das brachiale Ende lässt das erste Album von THE OFFERING allerdings versöhnlich ins Ziel laufen und mobilisiert nochmals alle Kräfte.

Die Band springt mit Anlauf aus jeder Schublade raus

THE OFFERING treten jeden Grenzstein mit Anlauf um, bieten Metal in all seinen Facetten an. Wer viel unterschiedliche Genres hört, wird überrascht sein, welche guten Kombinationen noch möglich sind. Die Band hat viel Energie, Ideen und Tatendrang. Viele Songs haben nachdrückliche Widerhaken und letztendlich ist “HOME” die richtige Lösung, wenn man nicht weiß, was man jetzt am besten einlegen soll. Noch dazu ist das Album super produziert, die Anordnung der Songs geben dem Album eine schöne Dynamik. Aufgenommen wurde in den Carriage House Studios in Stamford CT, wo u.a. auch schon PANTERA und DEFTONES Alben für die Ewigkeit festgehalten haben. Nun gilt es sich, außer Diversität, eine weitere Eigenheit zu erschaffen. THE OFFERING traue ich viel zu, das ist einfach starker, purer Metal.

Tracklist “HOME” von THE OFFERING
Waste Away
Lovesick
Ultraviolence
A Dance With Diana
Failure (S.O.S)
Hysteria
Glory
Home

Dauer: 56:25
Label: Century Media
VÖ: 02.08.2019

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Ein Interview mit Nashid von THE OFFERING findet ihr hier und mit NEVALRA gibt es (mindestens) eine weitere Band, die 2019 ein gutes Debüt veröffentlicht hat, die Review zu “Conjure The Storm” findet ihr hier.

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