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The Word Alive – MONOMANIA – Review

THE WORD ALIVE werfen mit ihrem neuen Album “MONOMANIA” wieder zwangsläufig das Stadionlicht an. Das Quartett hantiert mit den ganz großen Emotionen, kann Riffwände genauso gut hochziehen, wie sie Seifenblasen oder Handgranaten werfen können. Selbst wenn man seinen Core gerne ruppig hat, dann kann man das kompositorische Geschick der Band nicht von der Hand weisen. Und wenn man solche Stimmen zur Verfügung hat, warum sollte man die dann nicht entsprechend einsetzen?

THE WORD ALIVE 2020, Foto von Fearless Records

Immer ein bisschen besser

Ein besseres stimmliches Match als Telle Smith und Tony Pizzuti kann man sich wohl kaum wünschen. Was passiert, wenn die beiden aufeinanderprallen, ist einfach beneidenswert und auch ein bisschen magisch. Die beiden übergeben sich manchmal so knapp den Staffelstab, dass man nur überrascht den Kopf schütteln kann. Fast überhört man die vermeintlichen Feinheiten und die großartige Leistung der Kollegen, Telle Smith spielt auch Gitarre, an ihren Instrumenten. Die wuchtigen Post-Hardcore-Riffs und die äußerst behutsam aufgetürmten Wattebauschmelodien, werden auf den ersten Durchlauf vom wirklich sehr ambitionierten Gesang überlagert. In “Numb Love (Misery II)” vermengen THE WORD ALIVE beide Temperaturen und zwar so gut, dass man es wirklich kaum besser machen. Tanzbarer Pop und breiter Hardcore flankieren sich so selbstverständlich, als ob es genau so sein müsste. Abgesehen davon, dass man sich also erst an die Kompositionen herantasten muss, fällt aber sofort auf, dass diese dieses Mal deutlich ausgereifter sind. Nichtsdestotrotz darf man sich über einige altbewährte Kracher freuen, die die brachiale Stärke von THE WORD ALIVE betonen (“Thank You”, “Burning Your World Down”).

Beide Hähne aufgedreht

Zuckerbrot und Peitsche zu vereinen, gelingt nicht vielen Bands. THE WORD ALIVE haben sich langsam aber sicher herangetastet und präsentieren sich auf “MONOMANIA” so gut wie nie. Die Band begnügt sich nicht damit, ihre Zuhörer etwas aus der Reserve zu kitzeln. Sie sitzen den HörerInnen quasi auf dem Schoß (“Another Year In The Shadow”). Was den Gesamteindruck von “MONOMANIA” am Ende etwas herunterzieht, ist die nicht von der Hand zu weisende Gleichförmigkeit am Anfang. Die ersten drei Songs sind Geschwister im Geiste, scheinen sich fast den Refrain zu teilen. Das macht sie nicht schlechter, bringt aber Minuspunkte auf dem Kreativkkonto oder zumindest was die Songreihenfolge anbelangt. Aber – um glaubwürdig zu bleiben – muss man ja meckern und sonst gibt es echt nicht viel.

Dauer: 44:27
Label: Fearless Records
VÖ: 21.02.2020

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