These New South Whales - IJDWGTMTD

These New South Whales – I Just Do What God Tells Me To Do – Review

Dass uns das großartige, zweite Album “I Just Do What God Tells Me To Do” der Australier von THESE NEW SOUTH WALES überhaupt vorliegt, darf als reiner Glückfall bezeichnet werden. Alles startete vor einigen Jahren mit einer Webserie, in der Workhorse, Todd, Will und Luke sich selbst spielen und eine urkomische, komplette Überzeichnung einer peinlichen Punkband darstellen. Der Joke schaffte den Sprung auf einen Ableger von Comedy Central, die Musik fand ernsthafte Fans und ein Durchgang vom aktuellen Album macht auch sofort klar, woran das liegt. THESE NEW SOUTH WHALES machen allerdings keinen Blödelpunk ohne Niveau, sondern lebendigen und tanzbaren Punk mit Ohrwurmgarantie.

Die Band zur Serie und noch viel mehr

Soviel zur Entstehung der Band, richtig interessant ist allerdings die Musik von THESE NEW SOUTH WHALES. Die Band ist äußerst beweglich und wenn die Leitung von Ohr, über Hirn und Herz, bis hin zu den Tanzbeinen bei den HörerInnen einigermaßen funktioniert, dann ist “I Just Do What God Tells Me To Do” ein einziger Tanzbefehl. Immer schön von krachigen Riffs geschaukelt, gönnen sich die Aussies einen Hauch Achtzigerjahre inklusive hitzigem Wave-Punk (“Safe In Skin“, “Stray Forever“). Abgesehen vom Dialekt, würde man die Musik sofort nach England verorten. Stimmlich kommt der Sänger manchmal verdammt nah an Julian Casablancas von THE STROKES heran (“Nerve 2 Reverse“). Auch wenn die Band nicht dominant wirkt, dann haben THESE NEW SOUTH WHALES doch die Zügel fest in der Hand. Es wird gestoppt, wann sie das wollen und auch wenn das Rhyhtmusgefühl manchmal etwas anderes möchte, dann enden die Songs so, wie die Band das will.

Das permanente Ein-Ton-Keyboardgewitter in “Do U Connect?“ hätte auch genauso gut in das Finale des Liedes gepasst, THESE NEW SOUTH WHALES wollten aber gleich am Anfang Alarm schlagen. Die Vehemenz und positive Penetranz von THESE NEW SOUTH WHALES macht also auch den Charme des Sounds aus. Auf spannenden Aufbau und verschwurbelte Outros gepfiffen, steht die Band häufig mitten im Song und die HörerInnen eben zwangsläufig auch. Das führt zu einer angenehmen Nahbarkeit, über die man sich schnell mit “I Just Do What God Tells Me To Do” verbinden kann.

Popowackeln garantiert

Abgesehen vom Artwork – das irgendwie an alte Alben von SUBLIME und NEW MODEL ARMY erinnert und somit komplett in die falsche Richtung führt – ist “I Just Do What God Tells Me To Do” durchweg gelungen. Das knallt live garantiert – man hört da was von Nippelalarm – es rutscht vom Kopf ins Herz und macht gute Laune. Und da sich die Band smarterweise an eine ungeschriebene Punkrockregel gehalten hat und das Album in nur 23 Minuten ins Ziel laufen lässt, empfehlen sie sich ebenso gut für die Dauerschleife. Wer also gerade fleißig auf IDLES, FONTAINES D.C. und LIFE abhottet, sollte sich (und seinem Tanz-Ich!) THESE NEW SOUTH WHALES auf jeden Fall nicht entgehen lassen.

Dauer: 23:50
Label: These New South Whales
VÖ: 08.11.2019

Tracklist “I Just Do What God Tells Me To Do” von THESE NEW SOUTH WHALES
It’s Its Own Heart
In the Light of Day
The Squeaky Wheel Gets the Grease
Nerve 2 Reverse
Reservation
Do U Connect?
Safe In My Skin
I Just Do What God Tells Me To Do
Rest Solo
Stray Forever
Talking Out Of Turn

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