Trash Pillow – Raw – Review
Mit ihrer EP „Raw“ setzt das Duo TRASH PILLOW aus Berlin einen ersten Marker. Ihr fuzziger Rock ist eine Reaktion auf herrschende Kriege, innen wie außen. Akzentuiert nach vorne treibend, sind die vier Lieder in erster Linie anregend, motivierend und voller Kraft. Auf den ersten Blick spröde, auf den zweiten äußerst detailverliebt arrangiert.
Die Texte der Band sind von Ernst und Traurigkeit geprägt und könnten auf den ersten Blick niederdrückend wirken. Doch gerade aus dieser Schwere schöpft die Musik ihre Kraft: Sie wirkt kathartisch, dreht den Spieß um und verwandelt Schmerz in Motivation. Statt zu lähmen, spornt sie dazu an, Dinge zu hinterfragen und besser zu machen.

Kraft aus Schwere: Katharsis rammt Motivation
In erster Linie macht „Raw“ von TRASH PILLOW Spaß. Die Band steht immer sofort mit einem Bein in der Tür, trimmt an den richtigen Stellen, und trotzdem spürt man in allen Songs Seele und Aufrichtigkeit. Es geht um das Vorgaukeln von Sicherheit, aus unterschiedlichen Perspektiven. Der Opener „Bombs Make Her LOL“ wirkt verrucht und leidenschaftlich. Inspiration dafür war ein syrischer Vater, der seiner kleinen Tochter beibrachte zu lachen, immer dann, wenn in der Nähe eine Bombe einschlug.
Wie fragil und traurig diese Situation ist, transferieren TRASH PILLOW mit einer die Härte durchschneidenden Akustikgitarre. Das darauffolgende „Eyes On Us (It’s the Sound of a Drone)“ beleuchtet das Thema aus der Sicht der fliegenden Überwachung, die jederzeit Proteste beenden und aus der Luft Leben orchestrieren kann.
Musikalische Vielfalt zwischen Blues, Punk und Dringlichkeit
TRASH PILLOW mengen ordentlich Blues in ihre Songs; dem gegenüber stellen sie Samples mit starker Wirkung. Im sich mit den Nachkommen Goebbels beschäftigenden „Fellow Traveller“ bauen sie trügerische Harmonie auf, der Bass droht unterschwellig im Pakt mit kratzigen Gitarren. Dadurch ergibt sich eine Art wuchtiger Flower Power im Schatten des Bösen. Es gibt einiges zu entdecken auf „Raw“ von TRASH PILLOW; die verhältnismäßig kurze Spielzeit kommt in diesem Fall Band und denen, die zuhören möchten, gleichermaßen zugute.
Dauer: 12:09
Label: D.I.Y.
VÖ: 23.01.2026
Tracklist „Raw“von TRASH PILLOW
Bombs Make Her Lol
Eyes On Us (It’s The Sound Of A Drone)
Fellow Traveller
She’s From A War
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