Tribulation When The Gloom Becomes Sound Artwork

Tribulation – Where The Gloom Becomes Sound – Review

TRIBULATION aus Schweden legen mit “Where The Gloom Becomes Sound” ihr fünftes Album vor. Der Weg, den die einstige Death-Metal-Band seit ihrer Gründung in 2001, damals noch als HAZARD, zurückgelegt hat, ist beachtlich. Mittlerweile mit einem spannenden, vielfältigen Sound – zusammengesetzt aus Black Metal, Death Metal, Gothic Rock und Post-Punk – ausgestattet, standen sie zuletzt live an der Seite von GHOST. Eine Band, von der man viel lernen kann. Eine Band, mit der TRIBULATION ein ganz wichtiges Merkmal teilen: Sie haben beide starke Melodien und verdammt gute Gitarristen. Adam Zaars und Jonathan Hultén ziehen alle in ihren Bann, die irgendwie etwas mit singenden Gitarren anfangen können.

TRIBULATION, 2021
TRIBULATION, 2021

Eine Burg mit verschachtelten Gängen und Geheimnissen

TRIBULATION haben sich eigentlich gar nicht so weit von ihrem ursprünglichen Sound entfernt und sehr viele Merkmale beibehalten. Es ist aber gelungen, nicht erst auf dem aktuellen Album “Where The Gloom Becomes Sound”, sich zu öffnen und das Songwriting zu verfeinern. Der Opener “In Rememberance” ist der perfekte Türöffner in die Welt von TRIBULATION, die an eine schaurige, verlassene Burg mit vielen verschachtelten Gängen und Geheimnissen erinnert. Langsam anschwellend balanciert der Song perfekt zwischen Eingängigkeit und ruppigem Underground. Auf seltsame Weise animiert der Song zum Klatschen und zum Bangen gleichermaßen. Und obwohl die Band mit dem Tod einsteigt, dämpft das nicht die Lust auf das Album. Im Gegenteil.

Ein Hoch auf diese herrlichen Gitarren

Das düstere Äußere haben TRIBULATION von Anfang an für sich vereinnahmt und auch auf “Where The Gloom Becomes Sound” schwingt immer eine dunkle Note mit. Allerdings ist hier von einer feinen, ja schon fast dunkelromantischen Ästhetik die Rede, es geht nicht um Brutalität oder Splattercharme. Dass mag man erst gar nicht glauben, wenn man TRIBULATION nicht kennt und mit dem gutturalen Gesang von Sänger und Bassist Johannes Andersson zum ersten Mal konfrontiert wird. Sein heiserer Ton hält die Band allerdings fest im Metal und schafft eine wichtige Konstante, die TRIBULATION letztendlich glaubhafter machen. Doch wie schon eingangs erwähnt, es sind die verdammt guten Gitarren, die TRIBULATION erheben. Über lange Strecken stehen sie im Zentrum, unterfüttern die Stimmung und erzählen ihre ganz eigenen Geschichten (“Inanna”). Das ist manchmal herzzerreißend tragisch, kann aber auch in “Funeral Pyre” mühelos in den Galopp schalten und die Nacken angreifen.

Bereicherung in jeglicher Hinsicht

Nach mehreren Durchläufen kristallisieren sich Feinheiten bei den Drums heraus (“Leviathans”) und sehr viel Liebe zum Detail bei Einstieg und Ausstieg aus den Songs. Dabei gibt viele Fallen, in die TRIBULATION hätten tappen können. Zu ausschweifend werden, sich mit generischen Hit-Momenten anzubiedern oder den Gesang anzupassen. Nichts davon ist geschehen, mit “Where the Gloom Becomes Sound” hat die Band eher noch einen weiteren Schritt nach vorne gemacht. Ein weiterer Schritt in Richtung Individualität und ein weiteres tolles Album, dass auch den häufig sehr armselig geträllerten Gothic-Sektor wertvoll erweitert.

Dauer: 48:23
Label: Century Media
VÖ: 29.01.2021

Tracklist “Where the Gloom Becomes Sound” von TRIBULATION
In Remembrance
Hour of the Wolf
Leviathans
Dirge of a Dying Soul
Lethe
Daughter of the Djinn
Elementals
Inanna
Funeral Pyre
The Wilderness
The Dhampir, Pt. I

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