Lest die Review zu "Modern Lie" von WASTED bei krachfink.de

Wasted – Modern Lie – Review

Die Finnen von WASTED beweisen mit ihrem neuen Album “Wasted Lie”, dass sie auch nach 26 Jahren noch äußerst stabil sind. Stabil im positiven und bestmöglichen Sinne, große Innovationen darf man natürlich keine erwarten. Bei dem gezockten, ursprünglichen Punk fragt aber auch niemand danach. Der zieht nämlich stetig nach vorne, die Gitarren braten ordentlich, der Bass drückt und die Refrains zünden ausnahmslos.

Noch dazu singen WASTED die richtigen Themen an, in diesem Punkt sind sie glücklicherweise äußerst modern. Victim-Blaming und Gentrifizierung stehen genauso oben auf ihrem Plan, wie die (traurigen) Dauerbrenner Nazis, Kapitalismus, Krieg, Machtverhältnisse in der Gesellschaft und die gute, alte Revolution.

Kein Einlullen, harte Fakten

Alleine die Stimmfarbe von Ville Rönkkö hält WASTED immer fest mit einem Bein im Dark-Punk, nicht selten erinnert “Modern Lie” an THE DAMNED. Die Kraft holt die Band nicht durch Schnelligkeit rein, es ist diese gewisse Standhaftigkeit und hörbare Erfahrung, die dem Album Substanz gibt. Dabei kann man nicht behaupten, dass WASTED träge wären. Der Opener “Break You” bolzt sich zackig rein, der Bass gibt selbstbewusst den Ton an, Rönkkös Appell und die Gitarren verschmelzen dann zu einer mitreißenden Fläche.

Tanzbare Wut

“Life’s gonna fuck you up, life’s gonna break your heart…”, mit dieser Zeile bringen WASTED die Beschissenheit gut auf den Punkt, aber eher als Erkenntnis, die dazu antreiben soll, eben das Beste daraus zu machen. Generell zerschlagen WASTED ziemlich viele unserer träumerischen Annahmen von Glückseligkeit, arbeiten eher nach dem Ende-mit-Schrecken-Prinzip. Ohne kulturpessimistisch zu sein, deuten sie genau auf die Entwicklungen, bei denen wir uns aktuell eher nach hinten statt nach vorne bewegen.

Mit dem abschließenden “Cut The Cord” liefern WASTED dann das Optimum aus allen, ihnen verfügbaren musikalischen Welten. Etwas Goth, etwas Post-Punk, viel Druck, ein Refrain zum Fausthochrecken und ein passendes Gitarrensolo. “Modern Lie” von WASTED ist ein Album, das dauerhaft zündelt und ohne große Knalleffekte nachhaltig wirkt.

Dauer: 27:29
Label: Sabotage Records
VÖ: 08.04.2022

Tracklist “Modern Lie” von WASTED
Break You
Major Threat
Gentrifucked
These Streets
Rich Man’s War
True Colors
Abuser
Trenches
No Time
Cut The Cord

Alben, die Dir gefallen könnten:
DEAD YEARS – s/t
BLOOD COMMAND – Praise Armageddonism 
NINAMARIE – Was für Land, welch ein Männer
TURBOSTAAT mit neuer Single auf Tour
Interview mit GRUNDEIS zum ersten Album “Amygdala”
FJØRT kündigen ungewöhnliche Konzerte an – Alle Platten. Zwei Städte. Acht Konzerte.
NINAMARIE kündigen neues Album “Was für Land, welch ein Männer” an
A PLACE TO BURY STRANGERS – See Through You
BLACKUP – Club Dorothee
MUMRUNNER – Valeriana
BOUNDARIES – s/t
LYSISTRATA – Breathe In/Out
PHILEAS FOGG – Kopf, unten
LYSISTRATA – The Thread
Interview mit PHILEAS FOGG zu ihrem Album “Kopf, unten”
WOLVES LIKE US – Brittle Bones
CROWS – Silver Tongues
TICS veröffentlichen Video zum Song “Get Rich”
TICS veröffentlichen Video zum Song “Vampires”
BLEAKNESS – Functionally Extinct
PARADISE LOST – Obsidian
DEATH BELLS – New Signs Of Life
BELLS FELL SILENT – s/t
DEW – rau
BOUNDARIES veröffentlichen gleich zwei neue Songs
BOUNDARIES – Maidan
LYSCHKO live Press-Play-Show am 20.03.2021
BSÍ veröffentlichen zwei Songs vom kommenden Album
HYSTERESE – s/t
SUSPECTRE – s/t

WASTED bei Instagram

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.