Witherfall - Curse_Of_Autumn Artwork

Witherfall – Curse Of Autumn – Review

Die Amerikaner der Progressive-Power-Metalband WITHERFALL legen mit “Curse Of Autumn” ihr drittes Album vor. Man sagt ja, das sei das wegweisende. Wenn jemand wissen will, warum ich Metal mag, dann liegt es einfach daran, dass mir der Klang einer lauten E-Gitarre gut gefällt und ich beeindruckt von den unterschiedlichen Variationsmöglichkeiten bin. Unter diesen Voraussetzungen kann man den vorliegenden Streich von WITHERFALL eigentlich nur geil finden.

Was immer mit Gitarren möglich ist, sie tun es. Ergänzt durch Drummer Marco Minnemann scheinen sich hier nur Ausnahmemusiker zusammenzufinden, noch dazu hat die Band eine gute Balance zwischen Fingerfertigkeit und Eingängigkeit gefunden. Man verläuft sich nicht in den Kompositionen, hat immer stabile Anker und kann sich so noch mehr in den Instrumentalstrecken verlieren.

WITHERFALL 2021, Foto von Stephanie Cabral

WITHERFALL entern die Königsdisziplin

Alleine das imposante Feuerwerk der Achteinhalbminüters “Tempest” fackelt so ziemlich alles ab, was WITHERFALL an Kompetenz vorzuweisen haben. Aber genauso gut, kann die Band im noch nicht mal drei Minuten langen “The Unyielding Grip Of Each Passing Day” einen Sturm entfachen, der Erinnerungen an SYMPHONY X und Co. wach werden lässt. Ohne Gesang etwas zu erzählen ist und bleibt auch im Metal die Königsdisziplin. Für mich persönlich lohnt sich das Album schon, um zu hören, wie Anthony Crawford den Bass knurren lässt. Wie er den Jazz und Blues auf sein Spiel im Kontext WITHERFALL übersetzt, ist einfach grandios. Das harsche “The Other Side Of Fear” setzt ein akzentuiertes Riffgewitter ab, dass sich dann auch noch mehrspurig auftürmt und gleichzeitig entlädt. Wenn überhaupt kann man nur über das abschließende BOSTON-Cover von “Long Time” meckern, da es schlicht nicht dazu taugt “Curse Of Autumn” abzuschließen.

Beeindruckendes Songwriting, niveauvoll und direkt zugleich

“… And They All Blew Away” spielt nochmals alle Trümpfe aus. Flamencopicking zum Einstieg, die dezent wabernde Düsternis wird abgelöst von einer stabilen Schlagzeug- und Gitarrenmacht, die den Song plötzlich richtig breitbeinig macht. WITHERFALL haben sowas von die Zügel in den Händen und drehen sich alles, scheinbar mühelos, in die gewünschte Richtung. Über 15 Minuten entblättern WITHERFALL alles, was die Prog-Weiten hergeben und verweben ein mehrdimensionales Epos. Die Produktion ist kernig as fuck und in den richtigen Momenten vielschichtig und warm.

Mehr als Prog….

Alleine mit Prog wird man der Band aber nicht gerecht. Es finden sich eindeutige Power-Metal, Tech-Metal und klassische Heavy-Metal-Elemente auf dem Drittwerk. Und WITHERFALL liefern mit “Curse Of Autumn” deutliche mehr, als man erwarten darf. Ein Album, dessen Grandiosität sich erst nach einigen Durchläufen vollends entfaltet. Oder dann, wenn man einfach mal versucht, die Musik auch nur ansatzweise nachzuspielen… Beeindruckendes Songwriting, das einerseits niveauvoll und doch sehr direkt ist. Das Teil hat Ambitionen dazu, ein Klassiker zu werden.

Dauer: 57:08
Label: Century Media
VÖ: 05.03.2021

Tracklist “Curse Of Autumn” von WITHERFALL
Deliver Us Into The Arms Of Eternal Silence
The Last Scar
As I Lie Awake
Another Face
Tempest
Curse Of Autumn
The Unyielding Grip Of Each Passing Day
The Other Side Of Fear
The River
… And They All Blew Away
Long Time (Acoustic Version)

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