Lest die Review zu "Bad Milk" von YEAST MACHINE bei krachfink.de

Yeast Machine – Bad Milk – Review

Man kann über die Platte „Bad Milk“ von der Stoner-Grunge-Band YEAST MACHINE aus Tübingen keine Review schreiben, ohne einmal die Tendenzen zu QUEENS OF THE STONE AGE zu erwähnen. Das ist hiermit geschehen, von daher konzentrieren wir uns ab jetzt auf die zahlreichen Eigenheiten, die den Sound des Quintetts ausmachen. „Bad Milk“ von YEAST MACHINE klingt null nach Maultaschen und verströmt auch keinen Café-Vorlesungs-Vibe.

Eine gewisse Bodenständigkeit und eine Schaffermentalität schimmern in den Songs dennoch durch. Obwohl sich Fragmente von Psychedelic Rock finden und gerade die sich herrlich harmonisch ergießenden Refrains eine der Stärken der Band sind, ist alles auf einem stabilen Rock-Fundament gebaut. Fuzzig krachende Gitarren, ein die Ränder verstärkender und den Kurs angebender Bass und ein stabiles Schlagzeug.

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YEAST MACHINE 2026, Foto von Maxine Schneider

Milch mit tough cookies

Schon mit dem zweiten Song „Falling Rocks“ hinterlassen YEAST MACHINE Spuren und werden vor allem auch dem Wort „Maschine“ in ihrem Bandnamen gerecht. Absolut eng verzahnt und sich der einzig möglichen Richtung – nämlich nach vorne – einig, schieben sie die Songs dynamisch an. Das allein beeindruckt schon aufgrund der Standfestigkeit, eskaliert dann aber mit einem Refrain, den man gerne für die Ewigkeit aufsaugt. Benjamin Frenzels Gesang wirkt einerseits lässig, aber auch kontrolliert. Irgendwo zwischen Verführung und Angriff treibt er jeden Song zum Maximum.

Jeder Song scheint zu lauern

Aber YEAST MACHINE müssen mitnichten ausschließlich auf ihren Sänger vertrauen. Die komplette Saitenfraktion – zwei Gitarristen und ein Bassist – hat genauso viel zu geben. Gleiches gilt für den Drummer. Ständig und scheinbar mühelos bauen sie instrumentale Rampen für Highlights und antreibende Dynamik. Was „Bad Milk“ besonders ausmacht, ist der latente Druck, der sich durchzieht. Ohne auf Tempo zu setzen, vermittelt die Band immer eine gewisse Dringlichkeit.

Grundsätzlich traut man jedem Song zu, überraschend zu explodieren. Nostalgisch oder rein zitierend wirken YEAST MACHINE dabei nie. Die Musiker gehen nicht den einfachen oder offensichtlichen Weg. Einstieg und Finale der Platte sind ungewöhnlich, fast schon zurückhaltend. Und einige sich beinahe aufdrängende Hook-Lücken lassen YEAST MACHINE bewusst ungefüllt.

Echt, kein Verfallsdatum und stark produziert

Stattdessen gibt es mit „Foreshadowing“ ein dicht geschrammeltes Interlude mit Akustikgitarre, das als Brücke zum ersten etwas harschen Song dient. YEAST MACHINE legen es nicht auf Headbanging an; „Dust On The Radio“ verlangt eher nach Tanzen und mäandert zwischen Eingängigkeit und niederdrückender Grunge-Wucht. Die Songs auf „Bad Milk“ sind nicht abseitig, folgen aber auch keinem eindeutig nachvollziehbaren, schematischen Aufbau. Da der Platte leider die offensiven Hits fehlen, ist aber genau das es, was das Album so unterhaltsam macht und der Grund, warum ein Song wie „Honey & Sweat“ sich trotzdem sofort festsetzt.

Keiner bei YEAST MACHINE macht hier Auftragsarbeit. Alle bringen sich nicht nur zweckdienlich, sondern effektiv ein. Noch dazu ist die Produktion hervorragend. Echte Musik, die sich nicht anbiedert, kein Verfallsdatum hat und mit Wumms aus den Boxen dröhnt. Was will man bitte mehr?

Dauer: 34:15
Label: Noisolution
VÖ: 20.03.2026

Tracklist „Bad Milk“ von YEAST MACHINE
Globalized Condolences
The Red Flags
Bad Milk
Foreshadowing
Dust On The Radio
Feeding Poison To The Spiders Was Never Really My Thing 3:36
Karthago
Honey & Sweat
Wobbly Wizard
The Golden Cage

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