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Zymt – Das Privileg der Misanthropie – Review

Ja, die Welt ist ein Karussell und dreht sich schnell. Die Punkis von ZYMT aus Dortmund – bestehend aus Chris, Achim Schlaffke, Jonas Francis Karate, Rakete und Maz – greifen diese Erkenntnis auf ihrem Album “Das Privileg der Misanthropie” im Intro mit schrulliger Kirmesmusik auf. Grundsätzlich scheißen sie auf alle Punkrockregeln, klingen eher nach KOLOSSUS DÄÄCHT , SWUTSCHER, JOSEPH BOYS oder ROCK’N’ROLL KLUB SCHMÖKE. Die Gitarren sind nicht ganz so doll verzerrt und wenn Oma und Opa das Hörgerät ausschalten und ein oder zwei Eierlikör kippen, könnte man auch auf eine flotte Version der BEATLES tippen.

Inhaltlich sind ZYMT aber häufig böse bis lustig, wenn auch nicht übertrieben offensiv. Man weiß schon grob, wofür sie stehen und ebenso gut, wofür sie so gar nicht stehen. Ihre Songs tackern sie schnell fest, manche reißen noch nicht mal die eineinhalb Minutenmarke.

Das sind ZYMT und darauf können Sie sich verlassen

Textzeilen wie “Oberkörper frei, mit mehr Wut im Bauch als Ei” kann man bringen, wenn man sich ZYMT nennt. Die Frage “Was kannst du für Armin Laschet tun” bleibt (glücklicherweise) unbeantwortet und witziger, als die Jokes im Ahrtal, sind auf jeden Fall die präzise platzierten Skits auf “Das Privileg der Misanthropie” allemal. Die Band zitiert ihr direktes Umfeld, (“Die Pamper Boys vom Kamener Kreuz”), positioniert sich eindeutig mit “Sprengschlamm” und ist letztendlich aber doch vorrangig auf Aktion aus. Keine scheinheilig schunkelnden Balladen, stattdessen nur anstachelnder Rock, der nach vorne zieht und dafür sorgt, dass sich im Kopf alles dreht.

Guter, erster Aufschlag

Bisschen doof ist die Tatsache, dass von “Das Privileg der Misanthropie” – trotz all der Freude – wenig Konkretes hängenbleibt. “Kasse Vier” fängt uns mit Klatschen und fröhlich blubbernden Synths mit Achtzigerjahreschub zwar schnell ein, aber viel nachdrücklicher wird es dann auch nicht mehr. Andere wird es freuen, dass ZYMT eben nicht wie TEAM SCHEISSE mit den Ohrwürmern from hell arbeiten. Mir reichen die Knallfroschsongs von ZYMT für den Moment komplett aus. Bleibt abzuwarten, was da auf der Bühne abgeht, ob und wie sich die Band über die Musik hinaus positioniert.

Dauer: 23:45
Label: My Ruin / Spastic Fantastic Records
VÖ: 22.07.2022

Tracklist “Das Privileg von Misanthropie” von ZYMT
Gonzo-Zeit
Kultiviert um jeden Preis
Die Magie der Pharmazie
Ist der Droid bestellt?
Prestige und Protein
Kaum passt du nicht auf, bist du reich
Die Pampaboys vom Kamener Kreuz
Was kannst Du für Armin Laschet tun?
Kasse Vier
Sprengschlamm
Tramazolin
Mallorca ohne Andi ohne Stefan ohne Dirk
Wir sind Zymt

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