Telltale - Timeless Youth Coverartwork

Telltale – Timeless Youth – Review

Auf dem Debüt “Timeless Youth” von TELLTALE geht es genau um das, was der Titel der EP und deren Coverartwork vermuten lassen. Die vier Musiker aus Richmond Virginia setzten sich mit ihrer Jugend und dem Erwachsenwerden auseinander, jeder Song erzählt eine kleine Episode aus ihren Erfahrungen. Die Zielgruppe der Platte ist klar, zu hören gibt es poppigen und selten ruppigen Punkrock, mit vielen leicht zugänglichen und stark eingängigen Melodien. Melodien, die nicht weh tun, aber auch nicht die Welt erklären oder aufschlussreiche Erkenntnisse bringen.

TELLTALE beißen nicht, keine Angst

TELLTALE sind eine von diesen Bands, die einem den frühen Nachmittag auf Festivals retten, weil man schon vor dem ersten Durchlauf den Refrain mitsingen und die ein oder andere Melodie mitsummen kann. Was die Band darüber hinaus sehr sympathisch macht, ist die Tatsache, dass sie nicht vorgeben etwas zu sein und nur das spielen, was sie auch können. Sänger John Carter singt etwas quietschig, sicherlich vollkommen beabsichtigt, und dreht nur selten auf. Richtig aggressiv wird es nicht auf “Timeless Youth”, dabei wäre Wut doch auch eine Emotion gewesen, die das Erwachsenwerden meistens begleitet und gut gepasst hätte. Komplett gewaltfrei und eher verträumt statt draufgängerisch, erzählen uns TELLTALE also von der ersten großen Sommerliebe (“Letting Go”) oder vom Hadern mit Maskulinität und Sexualität (“Bouquet”). Die Texte sind manchmal erschreckend platt und an anderen Stellen dann überraschend nachdenklich und sehr offen. Das ist allerdings der Thematik geschuldet und kein Kritikpunkt.

Spannend ist, was danach kommt…

TELLTALE richten sich an die eingangs erwähnte Zielgruppe und sind darüber hinaus noch überdurchschnittlich radiotauglich. “Timeless Youth” kann sich nicht wirklich mit Abwechslung brüsten, lässt sich live sicherlich gut behüpfen. Aber schlecht sind weder Band noch EP – gerade der letzte Songs “Hereditary” zeigt sich deutlich kreativer, schwankt zwischen Ballade und Midtempo-Rock und lässt hoffen, dass TELLTALE auch nach ihrer unendlichen Jugend noch etwas zu erzählen haben. Letztendlich sind die Oho-Chöre auch charmant, lieber lasse ich mich damit im Radio überraschen und kurzzeitig einfangen, als von den üblichen Verdächtigen und irgendwelchen pseudoharten Texten. Fans von Bands wie FALL OUT BOY oder A DAY TO REMEMBER werden mit TELLTALE ihre Freude haben. Erfahrene Hörer werden das sich häufig wiederholende Muster schnell erkennen und von der Überraschungsarmut gelangweilt sein.

Für Leute, …
deren Pubertät noch nicht so lange her ist.

Tracklist “Timeless Youth” von TELLTALE
Timeless Youth
Bouquet
What We Live For
Letting Go
Dazy
Rose
Hereditary

Dauer: 23:04
Label: Sharptone Records
VÖ: 26.04.2019

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