Face To Face No Way Out But Through Artwork

Face To Face – No Way Out But Through – Review

Mittlerweile ist es dreißig Jahre her, dass Trever Keith die Punkband FACE TO FACE gründet, nun liegt nach fünf Jahren Abstinenz das neue Album “No Way Out But Through” vor. Fans der Band können aufatmen: So viel hat sich nicht geändert, was allerdings im Falle dieser Band auch nicht sonderlich tragisch ist. Veröffentlicht wird über Fat Wreck Chords, was man dem Sound nicht so wirklich anmerkt. Wer also gerade mit der neuen Platte von DUCHAMP Spaß hat – wenngleich die auch deutlich beweglicher sind – oder seinen Punkrock gerne ausgewogen, rasant und melodisch im Sinne von STRUNG OUT mag, darf blind zugreifen. Was will man nach elf Alben auch anderes erwarten?

Still standing here

In den Gesang von Trever Keith kann man sich schnell verlieben. Die Gitarren braten zum Einstieg mit einem heftigen Achtzigerschlag, während der Bass dominant nach vorne tänzelt. FACE TO FACE halten mit ihren Stärken nicht hinterm Berg und feuern gleich aus allen Rohren. In “Black Eye Specialist” reichen sie den Kritikern die Hand, nehmen sich als Gesellschaft mit in die Verantwortung. Auf den Boden gerotzt und gegen unsichtbare Gegner skandiert wird auf “No Way Out But Through” mit Sicherheit nicht. Auch wenn die Musik immer angemessen grob und schnell bleibt, dann stehen die Texte und Gesangslinien so manches Mal im direkten Kontrast. Zu viel gesehen, zu viel verstanden, um wirklich auf alles und alle wütend zu sein. Das wird einigen Punker*innen, die schon länger dabei sind, entgegenkommen. Während Drummer Danny Thompson eher gute Standardarbeit abliefert, sorgt Bassist und Background-Sänger Scott Shiflett für den nötigen Antrieb und lockert die Songs durch seinen Beitrag enorm auf.

Fans bleiben Fans

Einzig die Spiellänge macht “No Way Out But Through” zu einem nicht ganz perfekten Punkalbum, denn für über vierzig Minuten reichen die Ideen und Variationen einfach nicht aus. So geht FACE TO FACE in der Mitte etwas die Puste aus, wobei sich jede Hörer*in wieder andere Favoriten picken wird, von daher geht das in Ordnung. “No Way Out But Through” ist mit Sicherheit kein überraschendes Album und so richtig die zwingenden Argumente, warum das dieses Album schnappen sollte, gibt es eigentlich auch nicht. Nostalgie und pure Fanliebe mal ausgenommen. Denn der abschließende “Farewell Song” zieht das Niveau nicht nur nochmals grob nach oben, es ist auch genauso gemeint. Mit einem Fuß im Alternative Rock breiten sich FACE TO FACE aus, setzen den Punkt mit einer Hymne, die manchen tatsächlich etwas bedeuten kann

Dauer: 43:27
Label: Fat Wreck Chords
VÖ: 10.09.2021

Tracklist “No Way Out But Through” von FACE TO FACE
Black Eye Specialist
No Way Out But Through
A Miss Is As Good As A Mile
Blanked Out
Anonymous
Ruination Here We Come
Long Way Down
Vertigo-go
You Were Wrong About Me
Spit Shine
This Is My Vanishing Act
Farewell Song

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