Heart Of A Coward The Disconnect Artwork

Heart Of A Coward – The Disconnect – Review

HEART OF A COWARD haben schon öfter mal alles neu gemacht. Steig auf den Berg aus Dreck und so… Mit “The Disconnect” gibt nun der neue Sänger Kaan Tasan seinen Einstand und er macht einen verdammt guten Job. Sein selbstbewusster, gleichermaßen verletzlicher, Gesang und sein extrem gutes Rhythmusgefühl harmonieren mit den schon immer optimal gestalteten Songbauten von HEART OF A COWARD perfekt. Die englische Progressive Metalcore-Band trägt den Zusatz progressiv von jeher nicht als Alibi, war schon immer eher auf Tiefe, statt auf schnell verpuffende Hitnummern ausgelegt. Bei den vielen Wechseln im Line-up fragt man sich schon, wer jetzt genau für den Geist von HEART OF A COWARD verantwortlich ist. Aber fest steht, diese Band war nie lebendiger und pointierter.

“The Disconnect” zeigt HEART OF A COWARD auf dem Höhepunkt

HEART OF A COWARD wirbeln mit Groove als Antrieb mächtig Staub auf, kanalisieren den Druck und klatschen ihn mit voller Wucht auf den Boden wie ein explosives Knallbonbon. Was daraus folgt, ist schwerelos aufsteigender Staub, der jegliche Härte blitzschnell auflöst und die Last von den Schultern aller fegt. Ein riesiger Vorteil von “The Disconnect” sind die wirlich überragend guten Übergänge von harten zu weichen Akten. Sie führen den Hörer an der kurzen Leine einmal durch die komplette Gefühlspalette. Leider setzen HEART OF A COWARD aber manchmal keine Punkte, lassen die Songs nur auslaufen und gönnen ihnen kein konsequentes Ende. Die Band transportiert nichtsdestotrotz mit jedem einzelnen Ton auf “The Disconnect” einen massiven Zug. Jede Faser des Körpers schreit nach Aufbruch, nach Anpacken und Bewegung. Getragen wird die Stimmung von allen möglichen Facetten des Albumtitels. 

HEART OF A COWARD stellen interessante Fragen nach dem Sinn, hinterfragen die eigenen Einstellungen, die eigene Verantwortung und stellen die Frage danach, was Gesellschaft wirklich ausmacht. “Return To Dust” gibt kurz Gelegenheit zum Innehalten, ansonsten lässt sich das Album komplett durchfeiern. Mit “Suffocate” folgt sich einer der besten Songs, die HEART OF A COWARD jemals geschrieben haben. Ein kurbelndes Riff schiebt den Hörer nach vorne, um dann im Mittelteile beinahe ins Bodenlose abzustürzen. Sänger Kaan Tasan spannt im Refrain dann das schützende Netz über alle. Nur um kurz danach den grausigen Schlund zu öffnen und uns mit einem grandiosen Finale alle Angst und Aggressionen zu entlocken. Auch Carl Ayers und Steve Hayock sind ein stabiles Gespann. Scheinbar blind und immer mehr als zweckdienlich, geben sich die beiden Gitarristen die Klinke in die Hand.

Mehr als passabel

Selbst GOJIRA-Verbeugungen wie der Einstieg zu “In The Wake” oder kleine Zwinker Richtung WINDS OF PLAGUE in “Culture Of The Lies” wurden trotzdem so fehlerfrei umformatiert, dass die eigene – gleichermaßen schnörkelige und klare – Handschrift des Quintetts jederzeit erkennbar ist. “The Disconnet” hat nicht den einen alles überstrahlenden Hit an Bord, dafür halten HEART OF A COWARD ein verdammt hohes Niveau über fast vierzig Minuten und leisten sich keinen, aber auch wirklich keinen einzigen, Patzer. Fast unbemerkt schaukelt sich die Stimmung immer weiter auf.

Die Band zieht die Schlinge vehement enger, wird immer drängender und immer präziser (“Parasite”, “Isolation”). Eingeschlagen in einen tollen Soundteppich, der die jeweilige Atmosphäre optimal unterstreicht, scheint bei diesem Album tatsächlich jeglicher Ballast über Bord geworfen zu sein. Jede Komposition wirkt optimal ausgewogen, Die Songfolge könnte nicht besser sein und um überhaupt Kritik äußern zu können, muss man sich auf das ultrahässliche Artwork stürzen. Willkommen im nächsten Level HEART OF A COWARD.

Für Leute die, …
musikalische Motivation brauchen.

Tracklist “The Disconnect” von HEART OF A COWARD
Drown In Ruin
Ritual
Collapse
Culture Of Lies
In The Wake
Senseless
Return To Dust
Suffocate
Parasite
Isolation

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