Sleep Waker Alias Artwork

Sleep Waker – Alias – Review

Mit ihrem zweiten Album “Alias” ist die amerikanische Metal-Truppe mit Djent-Schlagseite SLEEP WAKER noch futuristischer unterwegs. Inspiriert durch David Lynch’s “Twin Peaks” , Sci-Fi-Filme wie “The Matrix”, “Blade Runner”, “Ghost In The Shell” und japanische Animes wie “Cowboy Bebop”, achteln und drücken sich die fünf Musiker durch ihre Platte. Die packende Stimmung entsteht durch die schwerelosen Momente dazwischen, in denen sich die ganze Spannung auflöst und man ins angenehme Nirgendwo zu fallen scheint (“Cold Moon”).

Wer mit dem letzten Album von NORTHLANE zufrieden war, wird ebenfalls “Alias” lieben und muss lediglich die persönliche Geschichte durch eine bitterböse Dystopie ersetzen. Alleine wenn man sich die Tracklist durchliest kann man schon erahnen, welche Themen SLEEP WAKER zur Debatte stellt und was genau sie für bei einer engeren Verzahnung von Mensch, digital und Maschinen befürchtet.

SLEEP WAKER, 2021

Sieht nicht gut aus für die Zukunft

SLEEP WAKER lassen “Alias” relativ klar und peppen nicht mit Synthies oder ähnlichem auf. Stattdessen kanalisieren sie den Sound so, dass man bei “Insomniac” den Eindruck bekommt, sie würden sich auch einem tiefen Schlund hocharbeiten. Zum Ausklang stellen sie den Strom ab, sodass man eine ungeladene E-Gitarre schreddern hört. Generell greift Hunter Courtright ziemlich an, was SLEEP WAKER echt gut tut, denn man nimmt ihm die Kompromisslosigkeit vollends ab. Lediglich die geschriene Halb-Ballade (“Distance”) ist gewöhnungsbedürftig, wenn auch zweifelsohne gut und angenehm erdrückend.

Aber ansonsten macht SLEEP WAKER im Hinblick auf Dominanz und Druckaufbau so schnell niemand etwas vor. In “Serenity” spielt die Band komplette Bandbreite aus, hat sogar ausnahmsweise mal einen WHILE-SHE-SLEEPS-ähnlichen Refrain an Bord, ohne auch nur eine Sekunde zu überzuckern. SLEEP WAKER sind keine Band für große Hymnen oder Fanchöre, es geht eher darum das beklemmende Gefühl im Hinblick auf die Zukunft zu teilen. Automatisierung, voranschreiten der emotionalen Kälte, jeder Mensch nun offensichtlich eine Nummer… glaubt man “Skin”, dann sieht es nicht gut aus für die Zukunft.

Ende unklar

Was “Alias” auch ausmacht, sind die unvorhersehbaren Enden. Gerade wenn die Kompositionen aufflammen, schlagen SLEEP WAKER sie unvermittelt aus. Schluss. Ende. Einfach so, wie damals, wenn Mutti den Stecker vom PC gezogen hat. Die Gitarristen sind auffällig flexibel, Jake Impellizzeri und Jason Caudill können tänzeln, drücken, hacken und so massiv shreddern, dass sich der Boden aufzutun scheint. Auch Drummer Frankie Mish und Bassist Aaron Lutas bilden ein grandioses, unheilvolles Rhythmus-Duo, das gemeinsam Kraft zusteuert oder sich komplett in die zweite Reihe stellt, wenn es den Songs gutzutun scheint. Mit “Alias” zeigen SLEEP WAKER, dass sie sich kompositorisch weiterentwickelt und jetzt einen viel besseren Blick für das Gesamtbild haben. Den besten Effekt erzielt man tatsächlich, wenn man das Album als Konzept versteht und am Stück hört.

Dauer: 32:57
Label: UNFD
VÖ: 23.07.2021

Tracklist “Skin” von SLEEP WAKER
Alias
Skin
Strangers
Cold Moon
Melatonin
Insomniac
110 Minutes
Serenity
Synthetic Veins
Distance

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