twin-pigs-chaos-baby-web-cover-spastic-fantastic

Twin Pigs – Chaos, Baby – Review

TWIN PIGS ignorieren mit ihrem Album “Chaos, Baby” die Bremse konsequent und kennen nur eine Richtung… nach vorne, mit Anlauf und gerne auch gegen die Wand. Ist das ein Intro oder schon der erste Song? Oder anders gefragt, ist das total egal? In knappen 23 Minuten prügelt uns die skandinavische Punkband mit Dampf durch den Club. Spitzer Gesang, runtergerotzte Riffs und zwingend Tanzbarkeit, ihr kennt den Trick. Beugt euch, Punks!

Handpuppenhaftige Vehemenz

Der Gesang auf “Chaos, Baby” hat schon eine handpuppenhaftige Vehemenz, genau das macht das Album aus und hält die Spielfreude hoch. Die Songs enden allesamt dann, wenn es am schönsten ist oder dann, wenn man es am wenigsten erwartet. Genauso habe ich meine Punkjugend in Erinnerung. Was war das eben und wenn ja, wie viele und wo bin ich überhaupt? Dabei poltern TWIN PIGS jeden Songs so, als ob es der letzte wäre und singen jede Hook so euphorisch, als ob es die allesverändernde Bostschaft wäre, die alle kennen müssen. Das ist so übertrieben engagiert, dass man es schon fast gesellschaftkritisch provokant werten kann. Ihr denkt, euer alltägliches Geschrei ist wichtig? Dann hört, was wir zu sagen haben! Der Produzent hatte sicher viel damit zu tun, das einzige Frequenzloch zu finden. Gain auf Anschlag und ab dafür! Dass TWIN PIGS aber nicht dilletantisch musizieren, machen sie uns mit kleinen Details wie dem feinen Soli in “Ludovico Technique” oder der kalkulierten Speck-in-der-Pfanne-Technik in “Burning Flag” klar. Das ist kein zufälliger Rhythmusbefehl.

Rhythmusbefehle von TWIN PIGS

Nicht nur “Possessed”, “Vertigo” und “Six Inch Car” schaffen trotzdem das Unmögliche, man erinnert sich an massig Spitzen von “Chaos, Baby”. Genau dann, wenn man Bock hat, willenlos nach vorne zu brettern, dann sind TWIN PIGS zur Stelle und brüllen alles in Grund und Boden. Popowackeln nicht vergessen. Wen interessiert da, ob der Frust Bestand hat?! Noch dazu ist das Material unverschämt tanzbar (“Sunset Fever”) und die Synthieflächen erfüllen einfach ihren Zweck mehr als ordentlich.

Dauer: 22:45
Label: Spastic Fantastic
VÖ: 31.01.2020

Tracklist “Chaos, Baby” von TWIN PIGS
Alright, Poets!
Give Me Death
Got Enough
Possessed
Sunset Fever
Six Inch Car
Ludovico Technique
Burning Flag
Planet Of The Apes
Piss And Salvania
Government Setup
Vertigo

Artikel, die Dir gefallen könnten:
KVELERTAK – Splid
THE GOOD THE BAD AND THE ZUGLY – Algorithm & Blues
Interview mit Eirik von THE GOOD THE BAD AND THE ZUGLY zu “Algorithm & Blues”
Gemischte Tüte mit AKNE KID JOE
Gemischte Tüte mit CLOWNS
CLOWNS – Nature / Nuture

TWIN PIGS bei Facebook

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.