
Monsters Of Liedermaching – Setzen, Sekt! – Review
Wie man MONSTERS OF LIEDERMACHING nicht mögen kann, ist mir ein Rätsel. Auch mit ihrer neuen Platte „Setzen, Sekt!“ sind sie der bandgewordene treue Freund, der dich mit seinen dummen Scherzen zum Lachen bringt. Dieser eine Freund, der bei genauer Betrachtung doch nicht so viel Dünnes labert, wie man erst meinen mag. Burger, Fred, Pensen, Rüdi, Labörnski und Totte singen wieder über die vermeintlichen Petitessen des Lebens. Wie man Akustikgitarren so rüde schmettern kann, ist mir bis heute unklar. Die Aufnahmen leben von der Interaktion mit dem Publikum, Musik als Bindeglied, denn wer singt, kann bekanntlich an nichts Böses denken.

Nur Katzen hassen dieses Songs noch mehr
„Setzen, Sekt!“ von MONSTERS OF LIEDERMACHING manifestiert nicht nur eine blind eingespielte und auf ähnlich schräger Humorwelle eingependelte Band. Es ist der Beweis, dass der feste Wille, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen, echt hilfreich ist. Denn das schafft Platz für die richtig wichtigen Dinge im Leben: Freunde zum Beispiel. Eines der wenigen Dinge, die man nicht kaufen kann. Dementsprechend wirbt Fred mit seinem Klavier voller Überzeugung für die beste Erfindung der Welt. Pfeifen gehört ebenfalls zu den guten Dingen dieses Lebens, vollkommen verschämt. Nicht so bei den MONSTERS OF LIEDERMACHING, die spitzen gerne die Lippen, hauchen und akzentuieren ihre Songs ganz intuitiv. In dieser Hinsicht ist unser Hirn herrlich doof, und ein beschwingtes „Heute lassen wir die Arbeit sein, heute bleiben wir daheim“ hebt die Stimmung. Auch wenn man dann trotzdem los muss.
Über kurz oder lang nicht egal
Hänger-Hymnen wie „Pommes mit Spinat“ oder „Wenn ich schön wär“ nimmt man MONSTERS OF LIEDERMACHING sofort ab. Genauso grandios gescheitert wie wir, trotz Talent und Elan. Mit dem herrlich doppelbödigen „Katzen hassen“ greift die Band die unterschiedlichen Perspektiven auf Kunst auf. Während die Charts die MONSTERS verschmähen, machen sie viele Menschen glücklich und treffen deren Nerv mit ihren teilweise rasend schnell gezupften Gitarren. Aber „für dies zu dumm, für das zu schlapp“, so fasst Rüdi in „Meine Karriere“ seinen mäßigen Erfolg zusammen – wer kennt’s? „Setzen, Sekt!“ von MONSTERS OF LIEDERMACHING hat beinahe therapeutische Wirkung. Wenn der eingangs erwähnte Freund hartnäckig Grimassen schneidet, muss man irgendwann grinsen. Und wer MONSTERS OF LIEDERMACHING hört, kriegt zwangsläufig keine schlechte Laune.
Dauer: 34:07
Label: Merchcowboy Records / Indigo
VÖ: 04.04.2025
Tracklist „Setzen, Sekt!“ von MONSTERS OF LIEDERMACHING
Paracetamol
Ein guter Freund
Arbeit
Meine Karriere
Ich find singen nicht so toll
Katzen hassen
Entscheide Du
Wenn ich schön wär
Lieder ohne Text
Du machst wieder nicht mit
Pommes mit Spinat
Erster Eindruck
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