Ripe And Ruin - Breaking Circles

Ripe & Ruin – Breaking Circles (EP) – Review

Das Trio RIPE & RUIN aus Hamburg beschäftigt sich auf ihrer EP “Breaking Circles” mit den persönlichen Teufelskreisen, die zu großen Problemen werden können, wenn man sich nicht bemüht sie zu durchbrechen. Musikalisch kann man RIPE & RUIN dem Alternative Rock zuordnen, oft mit deutlicher Neunzigerjahre-Grunge-Schlagseite, häufig bluesig und selten sogar mal einen Hauch psychedelisch hard-rockig. Das hochwertig gestaltete Artwork der LP symbolisiert das große Dilemma ganz gut. Während der Grundtenor schwarz ist, sind die goldfarbenen Linien, die die Schönheit ausmachen, ganz fein und zerbrechlich.

Ripe-And-Ruin-Bandfoto-2019
Ripe & Ruin, 2019

Von den gleichen Problemen

Sänger und Bassist Gordon hat genau die richtige stimmliche Bandbreite, um die inneren Kämpfe vorzutragen. Kraftvoll motiviert kann er genauso gut wie kratzig-traurig, gerne auch mal leicht schizophren in einem Song. Seine Kollegen, Gitarrist Florian und Drummer Jannis, sichern ihm durchweg eine solide Basis zu. Je nach gewünschter Atmosphäre ist diese mal groovig aber effektiv reduziert, kraftvoll rockiger und angriffslustiger oder auch einfach progressiv ausladend (“Circles”). Nicht selten erinnern RIPE & RUIN kompositorisch an große Helden wie SOUNDGARDEN, PEARL JAM oder ALICE IN CHAINS. Das ist besonders bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass sie “nur” zu dritt antreten. Direkt aus den Neunzigern importiert haben RIPE & RUIN die scheinbar still stehenden, zerrütteten Momente (“Reach Me”), zu denen man deprimiert auf seinem Bett liegend seine Gedanken schweifen lassen kann.

Jedes Problem ein Kreis

Nur “The Claim” tanzt etwas aus der Reihe, will Dampf machen und aktivieren. Du willst etwas, dann hol es Dir einfach! RIPE & RUIN schlagen deutlich positivere Töne an und erhöhen den Stimmungspegel. Im Vergleich zu den vorab eher introvertierten, niederschmetternden Momenten, klingt mir das schon fast zu positiv. Der Rausschmeißer “Circles” befasst sich mit der Tatsache, dass man häufig dazu bereit ist alles zu tun, nur um andere Menschen glücklich zu machen und positiv an sich zu binden. Darüber hinaus vergisst man natürlich oft sich selbst. Das schmälert das eigene Profil und macht wieder unattraktiver. RIPE & RUIN demonstrieren hier, dass sie auch lange instrumentale Strecken meistern können. Mithilfe von Solis und einem gemeinschaftlich anschwellenden Finale, schaffen sie auf den letzten Metern nochmal ganz große Atmosphäre.

Letztendlich ist “Breaking Circles” eine bis auf den letzten Zentimeter vollgepackte Visitenkarte für das bald folgende Album “Everything For Nothing”. Was genau die Band davon einlösen wird – gerade weil sie sich keinem Hype anbiedert – bleibt spannend.

Dauer: 19:27
Label: Dock7 Records (Soulfood)
VÖ: 25.01.2019

Tracklist “Breaking Circles” von RIPE & RUIN
Gatekeeper
Get Rid
Reach Me
The Claim
Circles

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Du magst Rock, der nicht eindeutig zuzuordnen ist oder viele Spielarten bedient? Dann hör doch mal in “Temple Of The New” von NEORITE rein, die Review dazu findest Du hier.

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