The Damned Things – High Crimes – Review

THE DAMNED THINGS sind Keith Buckley, Scott Ian, Dan Andriano, Joe Trohman und Andy Hurley und “High Crimes” ist das zweite Album der vielversprechenden Band. Nennt mich einfach gestrickt, aber bei so einer Supergroup hält mich nichts mehr. Das Gute an Supergroups ist, dass man schon per se davon ausgehen kann, dass die Mitglieder ihre Instrumente ziemlich gut bedienen können und das Dingens in erster Linie aus Spaß gemacht wird. Und abgesehen vom bisschen hingeschludderten Coverartwork – geschenkt! – wird hier auf jeder Ebene höchste Qualität geboten und die neun, langen Jahre seit dem Debütalbum “Ironiclast” sind hiermit vergessen.

Gitarrenporn vom Feinsten

Dass Keith Buckley nicht nur wie eine angestochene Sau schreien, sondern äußerst angenehm melodisch singen kann, hat er bei seiner Hauptband EVERY TIME I DIE schon öfter unter Beweis gestellt. Dan Andriano von ALKALINE TRIO hat Josh Newton abgelöst und auch Rob Caggiano von VOLBEAT ist nicht mehr mit an Bord, was “High Crimes” – ohne den Herren zu nahe treten zu wollen – aber keinen Hauch schlechter macht. Wer, wie ich, mit SLASH als Gitarrenidol aufgewachsen ist und schon öfter die Erfahrung machen musste, dass man an der Klampfe trotz intensivem Üben nicht immer so gut wird, wie man gerne wäre, wird THE DAMNED THINGS besonders wegen der hervorragenden Gitarrenarbeit von Scott Ian (ANTHRAX) und Joe Trohman (FALL OUT BOY) lieben. Verrucht, hetzend, treibend, einmal rund um den Gitarrenhals geschlängelt (“The Fire Is Cold”) oder massiv nackendrückend? Für die erfahrenen Musiker sind das lediglich Fingerübungen und gepaart mit dem Gesang von Keith resultiert “High Crimes” zwangläufig in hoher Qualität. Neben KILLER BE KILLED und THE GIRAFFE TONGUE ORCHESTRA sind THE DAMEND THINGS für mich die relevanteste Supergroup.

Verdammt gute Sache diese THE DAMNED THINGS

Man muss kein Mathegenie sein, wenn man die Songwriting-Erfahrung von THE DAMNED THINGS addiert, kommt irgendwas mit 100 raus. So klingen die Songs auch, alles auf “High Crimes” wirkt, knallt und hallt nach. Offensichtlich ohne Druck und mit einem Bein in den Neunzigerjahren, als ein Refrain noch wirklich etwas wert war, tritt die Supergroup mit Anlauf in eure Ärsche. THE DAMNED THINGS klingen nicht selten wie FOO FIGHTERS mit Raketenantrieb (“Keep Crawling”). Ich liebe dieses Album. Tschau Kakao, ich muss Gitarre üben…

Passt gut zu Leuten, …
die gerne Profis bei der Arbeit zuhören.

Tracklist “High Crimes” von THE DAMNED THINGS
Cells
Something Good
Invincible
Omen
Carry a Brick
Storm Charmer
Young Hearts
Keep Crawling
Let Me Be (Your Girl)
The Fire Is Cold

Dauer: 35:19
Label: Nuclear Blast
VÖ: 26.04.2019

THE DAMNED THINGS im Netz

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