Slope – Same Kids. Just Louder – Review
Kaum ein Genre ist in seinen musikalischen Grundzügen so stabil wie Hardcore, SLOPE beweisen, dass auch davon ausgehend noch einiges möglich ist. Mit ihrem Albumtitel „Same Kids. Just Louder“ betonen die Duisburger ihre konstante Leidenschaft für Hardcore und grätschen nach einem kurzen Intro mit „Faith.Doubt“ auch amtlich rein. Den Groove immer im Blick, agieren sie betont rhythmisch und im gleichen Atemzug melodisch. Gitarren und Drums explodieren weit über Standard, statt offenen Akkorden oder drückenden Flächen gibt es gelenkiges und ultrascharfes Riffing.

Wundertüte explodiert in 3,2,1…
„Just Do It“ wandelt sich mehrfach – für einen Song unter drei Minuten bemerkenswert –, ohne wie Flickwerk zu wirken. SLOPE sind in jeder Hinsicht agil und genießen ihren Freiraum hörbar. Immer wieder stülpen sie andere Szenen über vermeintlich bekannte Strukturen, metern sich neue Pfade frei und fügen eine Prise Ungewöhnliches in ihre Songs ein. SLOPE vertuschen nicht, dass sie ähnliche Einflüsse wie TURNSTILE auf ihren Sound haben, und schmettern auf „Tidal Wave“ oder „Stay“ einen charmanten Calypsobeat gegen ein Sing-a-Long.
Ohne diese wirklich zu zitieren, lassen sie Tendenzen davon auf „Same Kids. Just Louder“ mit Hip-Hop, Rap und Metal zusammenfließen. Von klassischem Crossover sind sie trotzdem meilenweit entfernt, der Stil lässt sich eher als kreativ und offen beschreiben. Ein agil hüpfender und sich immer wieder windender Bastard wie „Misery“ gibt uns dann das Beste aus allen Welten und mit dem poppig gesprenkelten „Love feat. STATE CHAMPS“ stecken SLOPE auch diese Grenzen für sich neu ab.
Achtung, diese Energie ist ansteckend
Eine weitere Stärke von SLOPE ist das Zusammenspiel von Simon und Fabio. Die beiden Sänger decken die komplette Bandbreite ab und werfen sich die brennenden Bälle blitzschnell zu. Wirklich hörbare Einflüsse, musikalisch wie auch im ambitionierten Vortrag, sind zweifelsohne RED HOT CHILI PEPPERS („Lotus“) und RAGE AGAINST THE MACHINE. Und um die Wundertüte wirklich bis zum Rand hin vollzupacken, gönnen uns SLOPE dann noch einen von Breakbeat angefeuerten Song wie „Born Low“, der erst zum Tanz auffordert, sich aber dann doch zum fiesen Rumschubser mausert.
Überraschungen statt Eindimensionalität
„Same Kids. Just Louder“ von SLOPE ist getragen von einer ansteckenden Energie, es gibt kaum ereignislose Momente und trotzdem wirkt die Platte in keiner Sekunde überladen. Schon in der Mitte des Albums ist man komplett angezündet und nimmt den nächsten Energieschub gerne auf. Ein weiteres Plus von „Same Kids. Just Louder“ ist die Produktion: ultratrocken und dadurch besonders angriffslustig, in den richtigen Momenten aber dann hell und raumausfüllend. Man müsste schon ziemlich hohl sein, um mit diesen Songs live abzukacken. Selbst ein eher gemäßigter Song wie „No Salvation“ wirkt so, als ob hinter der nächsten Ecke ein Überfall lauern würde.
Und so entkräften SLOPE die dem Hardcore oft unterstellte Eindimensionalität, denn auf „Same Kids. Just Louder“ ist kaum etwas, wie es scheint. Auch der Albumtitel erweist sich dabei keineswegs als Floskel: SLOPE musizieren als echte Freunde so offen, neugierig und motiviert, als wären sie gerade erst dabei, sich ihre ersten Sporen zu verdienen: nur eben mit der Erfahrung einer längst eingespielten Band.
Dauer: 32:06
Label: Slope Gang / Blood Blast Distribution
VÖ: 25.09.2026
Tracklist „Same Kids. Just Louder“ von SLOPE
Faith:Doubt
Just Do You
Out of Sight feat. NASTY
Misery
Same Blues
Born Low
No Salvation
Tidal Wave
Lotus
Stay
LOVE feat. STATE CHAMPS
Still Around
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