Long-Distance-Calling-STUMMFILM

Long Distance Calling – Stummfilm (Live from Hamburg) – Review

Der Albumtitel “Stummfilm – Live from Hamburg” wurde von LONG DISTANCE CALLING treffend gewählt. Zu hören gibt es tatsächlich ausnahmslos kopfkinolastige Kompositionen, zu denen man sich nun daheim ganz ohne Beobachtung wegbeamen lassen kann. Der repetitive Ansatz der Münsteraner funktioniert sowieso am besten in der 1:1-Beziehung zwischen Band und Hörer, dann werden die Minuten zu gefühlten Stunden und das Tor in eine andere Welt steht offen. Die erste Skepsis – Wie fängt man die Stimmung des Konzerts einer instrumentalen Rockband ein? – verflog also ziemlich schnell. Denn es ist tatsächlich gelungen, das Knistern des Livekonzerts in der Kulturkirche in Hamburg Altona packend einzufangen.

Long-Distance-Calling-Bandfoto-2019
Long Distance Calling, 2019

Alles in Deinem Kopf

Die Aufführung startet mit “Into The Black Wide Open” und einem abhebenden Flugzeug auf der riesigen Videoleinwand. Von Anfang an ist klar, dass LONG DISTANCE CALLING für ihr erstes Livealbum “Stummfilm – Live from Hamburg” eine liebevoll, detaillierte Inszenierung vorbereitet haben und das eine einzigartige und ganz besondere Sache werden wird. LONG DISTANCE CALLING haben ihre Möglichkeiten zur Variation komplett ausgenutzt und viele ihrer Songs extra für diese Liveaufnahmen veredelt. Luca Gilles kam unterstützend mit seinem Cello dazu (“Like A River”, wow!), Aaron Schrade steuerte Percussions und Synthies bei und ganz nebenbei fuhr die Band noch eine imposante Lichtshow. Das mittlerweile zehn Jahre alte Album “Avoid The Light” wurde gebührend geehrt, da das zweite Album für LONG DISTANCE CALLING einen ganz besonderen Stellenwert hat. Man fühlt richtig, wie die Fans ihren Jubeln nach den Songs noch diese eine Sekunde länger zurückhalten, um die Band nicht bei ihrer Kunst zu stören. Vonseiten LONG DISTANCE CALLING gibt es knappe Ansagen, alles weitere hätte den Rahmen auch zu sehr gebrochen.

Für immer eingefangen

LONG DISTANCE CALLING habe ich genau in der kurzen Phase live gesehen, in der Martin Fischer als Keyboarder und Sänger mit davor war. Davor und seitdem ist die Band aus Münster rein instrumental unterwegs und das gefällt mir deutlich besser. Mit “Stummfilm – Live from Hamburg” hat sich die Band perfekt präsentiert und sich selbst und ihren Fans einen schönen Moment zum immer wieder erleben eingefangen. Eigentlich überflüssig zu erwähnen, dass der Sound tadellos ist und sich die Musik beim Genuss mit gutem Kopfhörer wie eine Armada Krabbelfinger auf dem ganzen Körper auszubreiten scheint (“In The Clouds”). Nun kündigte die Band vor Kurzem eine Tour für 2020 an und hat sich damit selbst eine echt hohe Hürde gelegt. Denn logischerweise werden die Besucher genau die Magie von “Stummfilm – Live from Hamburg” erwarten.

Dauer: 2:08:08
Label: InsideOutMusic
VÖ: 01.11.2019

Tracklist “STUMMFILM – Live from Hamburg (A Seats & Sound Show) von LONG DISTANCE CALLING
Into The Black Wide Open
The Very Last Day
In The Clouds
Like A River
On The Verge
Interlude
Out There
Apparitions
Black Paper Planes
359°
I Know You, Stanley Milgram!
Sundown Highway
Flux
Metulsky Curse Revisited

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