Lest die Review zu "God Bless You All" von THE BABOON SHOW bei krachfink.de

The Baboon Show – God Bless You All – Review

Eigentlich denkt man, die angepeilte Hörerschaft von THE BABOON SHOW läge klar auf der Hand. Das neue Album “God Bless You All” beweist, dass das eben nicht so ist. Gleich vorweg; ein genauer Blick auf das Artwork genügt, um festzustellen, dass die Schweden mitnichten religiöse geworden sind. Denn anstelle eines menschlichen Geistlichen, thront ein Pavian. Ihr breitbeiniger Rock appelliert weiterhin an die Stärke der Einzelnen und glaubt an ein freiwillig aufeinander achtendes Kollektiv. Also grundsätzlich mal Haken dran, an jede Idee für diese Platte. Die Umsetzung klingt aber (wieder) mal hui und mal pfui.

Bis zum Anschlag

THE BABOON SHOW jonglieren auf “God Bless You All” wie immer mit griffigen Hooks, die sofort ins Ohr gehen. Aber vieles erinnert eher an bierbäuchige Truckfahrer, die mit Einszwei-Reimen zufrieden sind, solange die Humpen voll und die E-Gitarren laut sind. In meinen Ohren kommt das häufig schon cartoonhaft überzogen an (“Have A Party With Me”, “Rolling”), wohl wissend, dass das live extrem gut funktioniert. Genauso wie die hymnischen Momente, die man THE BABOON SHOW schon alleine wegen ihres Heimatlandes sofort abnickt. “Reason To Go On” wirkt für sich gesehen auch eben genau wegen einer bis zum Maximum gezogenen Überspitzung. Aber der Kontrast zwischen let’s rock the fuck on und peinlich inszeniertes Feuerzeugmeer ist schon arg groß.

Keine unvorhersehbaren Wendungen

Von jeher waren THE BABOON SHOW eine Band, die live deutlich besser funktioniert, als auf Platte. Sie leben von der eigens gepriesenen Gemeinschaftlichkeit. “God Bless You All” verdeutlicht das einmal mehr. Wenn man der Musik alleine lauscht, sind die musikalisch leicht zu erahnenden Strukturen ermüdend und der sowieso schon gewöhnungsbedürftige Gesang von Cecilia Boströma dominiert. Dabei sind es gerade die gut abgehangenen, spröden Riffs von Håkan Sörle und die blind funktionierende Zusammenarbeit mit Bassistin Frida Ståhl, die überzeugen. Das war bei “Radio Rebelde” noch deutlich anders gewichtet, die Flut von gut pappenden Hooks und prägnanten Momente sucht man hier vergebens.

Wenn THE BABOON SHOW also irgendwo spielen, lohnt es sich weiterhin, diese leicht verdaulichen Happen, mit ihrer dem Rock huldigenden Kompromisslosigkeit, aufzuschnappen. Für die Anlage ist mir das häufig zu stressig und erreicht mich kaum emotional. Zu “God Bless You All” liefert die Band einen Wandkalender mit vielen Livefotos und wichtigen Terminen der Bandgeschichte, damit ihr ab sofort nichts mehr von THE BABOON SHOW verpasst.

Dauer: 38:06
Label: Kidnap Music / Cargo Records
VÖ: 13.01.2023

Tracklist “God Bless You All” von THE BABOON SHOW
Made Up My Mind
God Bless You All
Midnight
Gold
Oddball
Rolling
Reason To Go On
Groundhog Day
Have A Party With Me
Sands Of Time
Revolution Avenue
Prisoners

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