Naked Six Lost The Art Of Conversation

Naked Six – Lost Art Of Conversation – Review

Das Rocktrio von NAKED SIX – bestehend aus Seb Byford, Tom und Callum Witts – liefert mit ihrem Album “Lost Art Of Conversation” eine erste Visitenkarte ab. Wenn nur das fiese Saxofon nicht wäre, das in ungefähr genau soviel für die Stimmung tut wie schlecht gemachtes Autotune. Nach einem undefinierbaren Einstieg, der gleichermaßen lasziv wie einladend klingen soll, aber eher konfus wirkt, steigen NAKED SIX zumindest amtlich ein. Sehr britisch und locker aus der Hüfte gerockt, stellt sich das Trio aus Yorkshire in die Nachfolge der großen Rockbands ihrer Heimat. Leider sind die Songs auf “Lost Art Of Conversation” zu formelhaft geraten, der Funke springt manchmal über, erlischt dann aber genauso schnell.

NAKED SIX, 2020 Foto von Steph Byford

Wenn alle durcheinander reden, ist das auch keine Konversation

Wenn der Bass nach vorne kommt, gewinnen NAKED SIX etwas an Druck und können streckenweise stark mitreißen. Sänger Seb Byford – übrigens der Sohn von SAXONs Biff – eskaliert aus dem Off und gibt den Songs die nötige Kante und Dynamik, er schafft es auch einige prägnante Refrains zu platzieren (“Sticky Gum”, “Split”) und eine rebellische Note zu setzen. Auch die Einfachheit des Riffings ist grundsätzlich nicht schlecht, wirkliche Eskapaden gibt es leider noch viel zu wenig. Die jeweiligen Disziplinen – Alternative Rock, Grunge oder THE KINKIES-ähnlichen Spirit – beherrschen NAKED SIX. Aber gut zitiert, ist leider nicht gut gemacht. NAKED SIX wären gut beraten, wenn sie sich pro Songs für eine Atmosphäre entscheiden, weil sie die angestrebte Abwechslung einfach nicht im Griff haben. “Grapevine Telegraph” beschränkt sich vorbildlich auf eine gerade Rocklinie und legt alle Energie in die Gitarren und das Zusammenspiel der drei Kerls. Der Klacks QUEENS OF THE STONE AGE steht der Band ebenfalls gut.

NAKED SIX sollten sich entscheiden

“Peace by the Pistol” hat schöne Momente, beißt sich aber mit dem restlichen Material und das Saxofon klingt einfach nur grauenhaft und tunkt den Song in unnötiges Blubberwasser. Unterm Strich ist “Lost Art Of Conversation” ein Album, dass sich eher in seinen Einzelteilen empfiehlt und so zum typischen Ausschlachtungsmodell für die Playlist wird. Auch wenn es unfair ist, Rookies mit großen Bands zu vergleichen, aber NAKED SIX verdeutlichen, wie gut doch das neue Album von GREEN DAY auf dem Punkt kommt.

Dauer: 34:41
Label: Silver Lining Music
VÖ: 06.03.2020

Tracklist “Lost Art Of Conversation”
21st Century Brawl
Song of the City
Lost Art of Conversation
Sticky Gum
Gimme Something
Peace by the Pistol
Split
Poison Apple
Grapevine Telegraph
The Change
Outside Looking In

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