Western Addiction - Frail Bray Artwork

Western Addiction – Frail Bray – Review

Die fünf Punkrocker von WESTERN ADDICTION aus San Franciso legen mit “Fail Bray” ihre dritte LP vor. Erweitert wird die seit 1988 (!) aufgebaute Diskografie mit einigen EPs. Selbst wenn WESTERN ADDICITION den Hardcore als Zusatzgenre äußerst ernst nehmen, mit heftigem Druck nach vorne gebollert wird und die Gitarren ordentlich sägen, dann sind es doch die überraschenden Details, die “Frail Bray” interessant und kurzweilig machen.

Western Addiction Foto von Kristen Linney
WESTERN ADDICTION, 2020 Foto von Kristen Linney

Zahlreiche Nebenschauplätze

Ausgehend von Hardcore-Punk macht das Quintett nämlich noch zahlreiche Nebenschauplätze auf. WESTERN ADDICTION mengen heimlich und treffsicher Spuren von Rock’n’Roll, Post-Punk und Folk in ihren Sound. Das äußerst sich in einem schunkelnden Bass, plötzlichem Abbremsen und Platz schaffen für Atmosphäre (“Rose’s Hammer, Pt. 2”) oder auch einem Streicherarrangement (“Rose’s Hammer, Pt. 1”). Vollkommen unabhängig davon, welche Gangart WESTERN ADDICTION anschlagen, jedes Ding zündet.

Druckaufbau leicht gemacht

Warum? Weil ein Bass hier ein Bass sein darf, der ordentlich knurrt, drückt und dem Rhythmus tatsächlich stabilisierend zur Seite steht (“Laurette”). Weil runtergerotzte Riffs auch mal alleine wirken dürfen (“Frail Bray”) und gegen ein SLAYEReskes Solo auch wirklich nichts einzuwenden ist. Oder weil Jason Halls Gesang so gegen den Strich gebürstet klingt, dass man umgehend davon angesteckt wird. Befeuert wird er noch vom intuitiv anstachelnden Gesang seiner Bandkumpel. Oder weil der kompromisslose Sound sogar noch tanzbar und melodisch ist (“Wildflowers Of Italy”), Klavier anyone?

Live bitte

Platten wie “Frail Bray” von WESTERN ADDICTION kann man leicht zerreden, eigentlich spricht die Atmosphäre für sich selbst und noch dazu empfehlen sich ausnahmslos alle Songs zur Eskalation im stinkigen Club. Die Gitarren röhren so dicht, dass wirklich kein Blatt mehr dazwischen passt. Abgebrüht, und gleichzeitig nervend ist allerdings die Tatsache, dass WESTERN ADDICTION die Kompositionen manchmal wie heiße Kartoffeln fallen lassen. Die Bomben platzen dann unter zwei Minuten, man fragt sich aber schon, ob das nicht auch noch mehr drin gewesen wäre. Das wäre aber auch die einzige, (mühevoll konstruierte und an den Haaren herbeigezogene), Kritik, die dem ganzen Lob stützend gegenüber steht.

Tracklist “Frail Bray” von WESTERN ADDICTION
The Leopard And The Juniper
They Burned Our Paintings
Frail Bray
Lurchers
Rose’s Hammer, Pt. 1
Rose’s Hammer, Pt. 2
Laurette
Utter Despair
Wildflowers Of Italy
We Lived In Ultraviolet
Deranged By Grief

Dauer: 27:58
Label: Fat Wreck Chords
VÖ: 15.05.2020

Artikel, die Dir gefallen könnten:
CHRISTMAS – Hot Nights In Saint Vandal
SPERMBIRDS – Go To Hell Then Turn Left
LAGWAGON – Railer
LION’S LAW – The Pain, The Blood And The Sword
KVELERTAK – Splid
THE GOOD THE BAD AND THE ZUGLY – Algorithm & Blues
Interview mit Eirik von THE GOOD THE BAD AND THE ZUGLY zu “Algorithm & Blues”
TWIN PIGS – Chaos, Baby
DAYS ‘N DAZE – Show Me The Blueprints
TO LIVE AMONG WOLVES – (Dis)Honored
ACT THE FOOL – Down (EP)
BAD COP/BAD COP – The Ride
CHRISTMAS / BRONCO Split
GET DEAD – Dancing With The Curse

WESTERN ADDICTION bei Facebook

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.