Bad Cop Bad Cop The Ride

Bad Cop/Bad Cop – The Ride – Review

Die Haltung der vier Musikerinnen von BAD COP/BAD COP zu unserem Freund und Helfer sollte unmissverständlich klar sein, mit “The Ride” legt die Punkrockband aus Kalifornien ihr drittes Album über Fat Wreck Chords vor. Durch die Macht von gleich drei Stimmen, kann die Band ihren melodischen Sound vielschichtig unterlegen und hat deutlich mehr Wege zur Verfügung, als eine handelsübliche Band.

Bad Cop Bad Cop 2020
BAD COP BAD COP, 2020 Foto von Jason Cook

Mehr Gesang, mehr fun

Während viele Freunde von Punkrock alles ungehört kaufen, solange es nur von Fat Wreck Chords kommt, tue ich mir mit dem für das Label oft typischen Gesang (Bart Simpson, anyone?!) und dem – in meinen Ohren immer gleich klingenden – Sound schwer. BAD COP/BAD COP gewinnen schnell Land, wegen der eingangs erwähnten verfügbaren, stimmlichen Varianz. Auch die politischen Texte und die eindeutige Meinung zu wichtigen Themen, machen “The Ride” etwas interessanter, als andere Platten. Darüber hinaus gibt es noch einige Momente, in denen BAD COP/BAD COP viel Wert auf gut gebaute Melodiebögen legen, dabei verknoten sie sich nicht die Finger. Aber wir befinden uns ja auch weiterhin im Punksektor und nicht im Prog.

Kein Standard

“Take My Call”, “Simple Girl” und “Breastless” gewinnen durch den Gesang ungemein an Charme und klingen eben nicht wie eng gepresste Proteste aus dem Punk-Handbuch. Auch die Handclaps animieren eher zum Popo wackeln lassen und man merkt eben, dass hier nicht vier Dudes die Bierpullen aneinanderklatschen. Bei “Perpetual Motion Machine” überrascht die Band mit einem Songeinstieg, den die Pagan-Band ENSIFERUM von der Stange weg kaufen würde. Der Refrain ist dann zwar etwas sperrig, aber die schön gesungenen Harmonien und der stetig mäandernde Bass überzeugen. Und das herrlich drehende “Community” teilt sich die Chords mit einem Song von DAS BLANKE EXTREM. Beide Songs haben einen schönen, positiven Effekt, der sofort aufrüttelt und gute Laune macht.

Warum muss es immer Wut sein?

Johnny Carry und Fat Mike von NOFX haben BAD COP/BAD COP bei der Produktion unterstützt. Der Sound ist ungewohnt definiert und sehr ausgewogen, besonders bei den schnellen Gitarrenpassagen fällt das positiv auf. “The Ride” gefällt mir unheimlich gut, weil es nicht gewollt wütend klingt und trotzdem relevant ist. BAD COP/BAD COP erinnern mich häufig eher an Highschool-Rebellinnen und weniger an Faust reckende Protestlerinnen. Das Album hat Persönlichkeit und man gewinnt den Eindruck, dass die Band nicht nur nachplappert und einen auf hart machen will, sondern auch viel von den vier Musikerinnen selbst einfließt. “The Ride” haut den HörerInnen nicht in die Fresse, aber es hat Charakter. Laute Wut überzeugt erstmal, aber am Ende sind das meistens die, die auf halber Strecke keine Kraft mehr haben. Es geht um den Weg (“The Mirage”).

Dauer: 32:12
Label: Fat Wreck Chords
VÖ: 19.06.2020

Tracklist “The Ride” von BAD COP/BAD COP
Originators
Certain Kind of Monster
Take My Call
Simple Girl
Breastless
Perpetual Motion Machine
Community
Pursuit of Liberty
The Mirage
I Choose
Chisme
Sing with Me

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