Lest die Review zu "Every Day Slices Me" von SURALIN bei krachfink.de

Suralin – Every Day Slices Me – Review

SURALIN sind eine der unterschätztesten deutschen Bands, das wird mit ihrer vier Songs starken Platte „Every Day Slices Me“ wieder deutlich. Es gibt wenige Bands, die nicht jeden Bumms in die Öffentlichkeit tragen, aber trotzdem mit ihrer Musik sofort für etwas stehen. Der Bass schiebt den Opener „Driving Home“ stetig nach vorne, druckvoll und gleichzeitig klar produziert, ist das sofort diese ganz besondere Stimmung.

Wahrscheinlich der sanfteste Noise überhaupt, irgendwo zwischen SONIC YOUTH, STATUES und HOT SNAKES neu sortiert. Alle Bandmitglieder sind auch in andere musikalische Projekte involviert, aber für SURALIN kommen sie zu etwas Besonderem zusammen.

Lest die Review zu "Every Day Slices Me" von SURALIN bei krachfink.de
SURALIN 2026

Repetition mit Herz

Versucht man „Every Day Slices Me“ von SURALIN aus Chemnitz zu beschreiben, kann man das auf zwei Arten tun. Entweder entblättert man die Kompositionen, mit denen es der Band gelingt, mit unterschiedlichen Varianten von Repetition eine Art Perpetuum mobile aus Sounds zu kreieren. Das Ergebnis klingt mitnichten stoisch oder gar düster. SURALIN finden in dieser steten musikalischen Vorwärtsbewegung immer ein Schlupfloch und Möglichkeiten, die Harmonien scheinen zu lassen. Oder man versucht, die Musik auf emotionaler Ebene zu beschreiben.

Dann bietet sich „Then Sentiment’s A Lie“ an, ein Song, der schon fast wie ein Lo-fi-Stück startet, dessen offen angeschlagenen Akkorde im Loop wirken können. SURALIN setzen darauf einen stabilen Bass-Drums-Anker und doppelten Gesang, der sich so süß wie Honig auf den Lippen und Abendsonne auf dem Holzboden anfühlt.

Wo der Lärm warm wird

Das Debütalbum „Leda“ ist nun satte 16 Jahre alt und ohne großes Aufheben machen SURALIN seitdem starke Platten mit Bewegung und Herz. Letztendlich sind das die Songs, die die Zeit überdauern, weil in ihnen etwas Echtes verkapselt zu sein scheint. Auch ohne ausschweifende Texte fühlt man sich von Songs wie dem abschließenden „I Love A Boy“ angefasst. SURALIN ziehen das Tempo an, die Gitarren zerschmettern den Fluss, alles wirkt angriffslustiger und verschafft sich im ersten Schritt durch Dominanz Platz.

Mit wenigen Worten gelingt es der Band, einen Text für etwas zu schreiben. Nicht gegen etwas, keine überhöhenden Parolen und nicht mit erhobenem Zeigefinger. Nach und nach erkämpfen sich Wärme und Harmonie das Feld, vertreiben den aufgebauten Druck. Das ist es, was gute Songs am Ende ausmacht.

Dauer: 11:24
Label: It’s Eleven Records
VÖ: 11.09.2026

Artikel, die Dir gefallen könnten:
DIE STERNE – Wenn es Liebe ist
SEX BEAT – Crack
MESSER – Die Unerhörten
Podcast Folge 113 mit SURALIN zu „Every Day Slices Me“
DIE NERVEN – Live im Elfenbeinturm
GRENZKONTROLLE – Piraten (EP)
Der krachfink.de Jahresrückblick 2025
Podcast Folge 106 mit PABST zu „This Is Normal Now“
PABST – This Is Normal Now
Interview mit FLUPPE zum Album „Beest“
BERLIN 2.0. – Kaltental
IEDEREEN – Neue Mitte
VOMIT HEAT – Second Skin
POGENDROBLEM – Great Resignation
ZWEILASTER – wieherd
DAS KINN – Ruinenkampf
FRITZI ERNST – Jo-Jo
Podcast Folge 29 mit PETER MUFFIN TRIO zum Album “Stuttgart 21”

SURALIN bei Instagram

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert