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The Modern Times – Interview zum Album “Algorythmic Dance Music”

THE MODERN TIMES aus Norwegen widersprechen so ziemlich jedem doofen, musikalischen Vorurteil, das wir mit diesem Land verbinden. Statt klirrender Schwarzmetall-Melancholie, zelebrieren die fünf Musiker gute Laune. Eine interessante Mischung aus VIOLENT FEMMES und THE FRAGGLES. Wir baten die Band zum Interview über Dies und Das und erfuhren unter anderem, dass der Heimorgel die Zukunft gehört.

Wer ist bei THE MODERN TIMES dabei, wer ist für was verantwortlich?

Wir sind eine richtige D.I.Y.-Band, wenn es um Inhalte geht. Unser Sänger Magnus macht all unser Artwork, der Bassist Terje knipst unsere Fotos und ist verantwortlich für die Musikvideos, da er ein professioneller Fotograf und Filmemacher ist. So können wir alles selbst machen, auch Poster und Merchandise. Die Gitarristen Jon & Jørgen schreiben normalerweise unsere Texte und Isak, der auch ein Booking Agent ist, macht alle unsere Buchungen außerhalb Norwegens. Isak, Magnus und Jon sind im selben Block aufgewachsen, Terje und Jørgen kamen 2008 dazu.

Euer Sound und eure Texte sind wirklich nicht typisch für die norwegischen Klischees, die wir hier in Deutschland pflegen. Was sind die Haupteinflüsse für euren fröhlichen, positiven, ironischen Rocksound?

Alles mögliche, von Bands wie TALKING HEADS und PAVEMENT bis hin zu MAMBO KURT. Isak hat dieses Jahr MAMBO KURT nach Tromø gebucht und es war das beste Liveerlebnis, das wir bis dahin hatten. Jeder sollte MAMBO KURT und seine Heimorgel sehen!

Wo habt ihr das Album aufgenommen, herrschte tatsächlich Partystimmung oder artete es dann doch in Arbeit aus?

Das Album wurde in drei verschiedenen Studios aufgenommen. Wir haben es selbst produziert und zunächst ein kleines Studio in Tromsø mit einem aufstrebenden Produzenten namens Markus Danjord gemietet, um dort einige Demos aufzunehmen. Das Ergebnis war sehr gut, sodass wir ein paar dieser Songs für das Album verwendet haben. Der Hauptteil des Albums wurde dann aber mit Anders Nordengen im Kysten Studio in Tromsø und in den Urban Sound Studios in Oslo aufgenommen.

Wir sorgen immer für gute Stimmung im Studio und auf diesem Album wollten wir mehr mit Instrumenten experimentieren, als auf unserem Debütalbum. Wir haben viel Percussion (“Scared, Conflict Avoidance”) und zusätzliche Musiker für Moog, Keys und Saxofon (“It Sure Is Fun To Party”) eingesetzt.

“Ja, es macht Spaß, Spaß zu haben und es macht auch Spaß, Party zu machen!”

Was braucht ein Song, um in euer Repertoire zu passen?

Wir haben da keine Begrenzungen, solange wir als Band es mögen, geht alles in Ordnung.

Euer Album heißt “Algorythmic Dance Music”, was hat es mit dem Titel auf sich?

Wir denken alle, dass die Musik, die weltweit im Radio läuft, nur das Produkt einer Formel ist, die die Hörer nicht sonderlich fordert.

Ihr bezeichnet euch selbst als „part time punks”, was versteht ihr darunter?

“Part Time Punks” ist ein Lied von TELEVISION PERSONALITES und das beschreibt uns als Personen schon ganz gut. Wir sind gefangen in unseren Alltagsjob und wenn wir Konzerte spielen, dann fühlt es sich an, als ob wir so eine Art Halbtagspunks sind.

Wie sieht es denn in der norwegischen Punkszene aus, findet ihr dort gute Voraussetzungen, um kreativ sein zu können?

Die Szene ist sehr gut, besonders in Tromsø, wo wir wohnen und herkommen. Es gibt eine Menge gute Band und das Umfeld ist sehr gesund. Wenn man eine Art Stammbaum von allen Bands erstellen würde, würden sich die Bandmitglieder alle irgendwie überlappen.

Ihr spielt Saxofon auf eurem Album, ein sehr gutes Instrument, um ficki-ficki-Musik zu machen, ist das der Grund, warum ihr es dazugenommen habt?

Wir wollten etwas anders machen, etwas Neues und landeten dann letztendlich bei diesem geschmeidigen, sexy Sound gemischt mit Hip Hop. Das liegt eventuell auch daran, dass das genau dieser Song mit dem Saxofon von Poppa Lars gemischt wurde, er ist Norwegens größter Hip Hop Mixer. Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden und auch mit der ganz eigenen Handschrift, die er in den Song miteingebracht hat.

Wer ist für euch der coolste Typ oder die coolste Lady im Musikbusiness?

MAMBO KURT!

Für “Am I Losing Touch?” habt ihr ein ziemlich ungewöhnliches Video gemacht, wer hatte die Idee dazu?

Die Idee dazu hatten wir schon ganz lange, meistens entwickeln wir das gemeinschaftlich. Da Magnus seinen ganz eigenen Zeichenstil hat und Terje ein kleines Filmgenie ist, lag die Idee für ein animiertes Video nahe.

Wird es die sexy Unterhose aus dem Video dann auch in eurem Merchshop geben?

Hatten wir bis jetzt nicht geplant, ist aber eine gute Idee. Wir haben schon Frisbees, Lick’n’Stick Tattoos, Mülleimer, Poster, Alben, Shirts und hoffentlich auch bald einen Yo-Yo.

Wenn ihr eure Musik einem Fremden beschreiben müsstet, welche Worte würdet ihr wählen?

Ein Mix aus Punk, Garage Rock und Pop. Die binäre Erklärung dazu lautet: 01010111 01010100 01000110 00111111

Denkt ihr, dass sich das Musikbusiness manchmal etwas zu ernst nimmt?

Ja, es macht Spaß Spaß zu haben und es macht auch Spaß Party zu machen!

Auf “Algorythmic Dance Music” klärt ihr uns darüber auf, dass es nicht peinlich ist zu Tanzen. Aber was ist denn dann peinlich?

Geld machen mit Musik spielen. Ausverkauf!

Was sollte im Nachruf eurer Band stehen?

“Hier liegen THE MODERN TIMES, sie haben es zumindest versucht.”

“THE MODERN TIMES, sie haben es zumindest versucht…”

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Review zu “Algorythmic Dance Music” von THE MODERN TIMES

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