Blackup Club Dorothee

Blackup – Club Dorothee – Review

Die belgischen Post-Punker von BLACKUP müssen sich mit ihrem Album “Club Dorothee” nicht nur an den Vergleichen mit großen Bands wie HOT SNAKES und ROCKET FROM THE CRYPT messen. Auch ihr immerhin schon schon neun Jahre zurückliegendes Album “Ease & Delight” schürte große Hoffnungen. Lohnt sich also der Eintritt in den Club? Diese Frage lässt sich mit ihrem klaren Jein beantworten.

Blackup-Band-2020
BLACKUP, 2020

Ständige Spannung

Nach einem verrückten Intro, das zwischen Flipper und Arcadeautomat pendelt, legen BLACKUP relativ konventionell vor und erfüllen genau damit erstmal alle Ansprüche. Drehender Punkrock mit repetitiven Noise-Szenen, die sich dann meistens in einem markanten Refrain ergießen (“Walk Away”). Die erste Hälfte von “Club Dorothee” wirken BLACKUP etwas unruhig, schon fast gehetzt. Diese Spannung tut den Songs aber richtig gut, sorgt für Knistern und Kribbeln. Der Gesang von Gitarrist Steven Gillis wurde in die zweite Reihe gestellt, was grundsätzlich eine gute Idee ist, aber manchen Songs die Eier klaut (“Fake News”). Die Drums von Xavier Benoit scheuen ebenfalls kein Duell mit den Gitarristen, sollten diese sich entscheiden, mit einem Solo Akzente setzen zu wollen. Trotz absoluter Synchronität und spürbarer Bandharmonie, grätschen sich BLACKUP regelmäßig und gegenseitig zwischen die Beine. Die dadurch entstehende Konfusion scheint der Plan von BLACKUP zu sein und genau das, was die Band unterm Strich so spannend macht.

Nicht so leicht zu haben

Im zweiten Teil von “Club Dorothee” können sich BLACKUP dann etwas zu beruhigen, konzentrieren sich mehr auf die Ausarbeitung der instrumentalen Passagen (“Paranoia”). Allerdings drängt sich jetzt der Eindruck auf, dass Xavier Benoit nicht mehr aus der zweiten, sondern schon aus der dritten Reihe nach vorne ruft. Bei den spleenigen Bassausbrüchen (“Goldmines, Guinea Pigs and Fur”) und den für sich selbst sprechenden und herrlich ineinander verhakten Gitarrenpuzzleteilen, ist das nicht wirklich ein Problem. Das verbucht sich eher auf dem Konto der liebenswerten Nonkonformität. Genau wie “Ease & Delight” ist auch “Club Dorothee” kein Album, das den HörerInnen die Emotionen offensichtlich vor den Latz knallt. BLACKUP haben wieder eines gemacht, dessen Grundgefühl man sich erarbeiten muss.

Dauer: 34:26
Label: Rookie Records
VÖ: 08.05.2020

Tracklist “Club Dorothee” von BLACKUP
Panther’s Kiss
The Last Things
No Static
Walk Away
Fake News
Whatever Makes Your Kite Fly
Goldmines, Guinea Pigs and Fur
Everytime I Think of You
Paranoia
White Cats
Keep the Spirit High
Club Dorothee

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