Terror – Still Suffer – Review
Nach 24 Jahren Bandhistorie veröffentlicht die Hardcore-Band TERROR mit Still Suffer ihre zehnte Platte. Gerade bei diesem starr wirkenden Genre ist das Belächeln schnell dabei, dabei ist der Albumtitel lediglich eine Anspielung auf den Fakt des stetigen Leidens. Ihre Authentizität speist sich aus dem aggressiven Grundton, der in ihrer Musik mitschwingt und uns die imaginären Schellen vor die Augen drischt. Gerade live wirkt das Treiben wie ein wildes Gerangel, dabei ist gerade Scott Vogel einer der freundlichsten Fronter in diesem so hart wirkenden Genre.
Die zehn Songs wirken wie aus einem Guss, man erkennt TERROR sofort an den schnurgeraden Kompositionen und Vogels Stimme. Mit Jay Peta (MINDFORCE) auf „Beauty in the Losses“, Brody King (GOD’S HATE) und Dan Seely (KING NINE) auf „Deconstruct It“ sowie Chuck Ragan (HOT WATER MUSIC) auf „Fear The Panic“ hat die Band eine beachtliche Featureliste vorzuweisen.

Live immer noch Königsklasse
„Still Suffer“ von TERROR dreht sich inhaltlich um die üblichen Themen. Es ist ein sehr düsteres, aber ehrliches Album über psychischen Kampf, Wut, Selbstzerstörung und das Überleben damit. Das mag abgedroschen wirken. Versteht man Hardcore als eskapistischen Zufluchtsort und verlangt das Leben nach einem massiven Motivationsschub und keinem Heiteitei, ist „Still Suffer“ genau die richtige Wahl und bewusst drüber.
Das Anschnappen für Rookies funktioniert grundsätzlich auch mit „Still Suffer“. Dass die zehnte Platte nicht das Meisterwerk von TERROR ist, sollte klar sein. Aber die Band agiert mitnichten formelhaft und hat einige Gimmicks auf die Platte gebannt, die nicht nur live funktionieren. Und in dieser Kategorie spielen TERROR sowieso in der Königsklasse.
Durch die geschlossene Tür mit dem Kopf an die nächste Wand
„Death Of Hope“ metert ohne zu überlegen durch die geschlossene Tür und mit dem Kopf an die nächste Wand. In gut 90 Sekunden zwängen TERROR Gangshouts, eine Art Solo und eine trommelnde Herzmassage mit Two Step im Abgang. Was will man mehr? „Beauty In The Losses“ jongliert ein Old-School-Hip-Hop-Sample, bevor die Gitarren es mit einem Happs verschlingen und vermalen. Das ist brutal, das schielt null nach Mainstream und groovt sich perfekt in den TERROR-Kosmos. „Promised Only Lies“ basst sich wütend eine Schneise und eskaliert zum Ende hin in einer scheinbar in sich zusammenfallenden Riffwand. Das ist angesichts der langen Bandhistorie und den beengten Spielmöglichkeiten im Genre doch beachtlich gut umgesetzt.
Schmerz, der geteilt wird
TERROR wirken weiterhin ungebremst, denn „Still Suffer“ wirkt agil und ist ein Kraftgeber und eine Antriebsfeder. Der Funke, Niederlagen als Chancen zu verstehen und das Gefühl, mit Panik und Traumata nicht allein zu sein, zündet. Die Subline des Albumtitels lautet „Forever doesn’t change. You’re doomed just like me.“, und besser kann man den Realitätsschock in Kombination mit der tröstenden Umarmung nicht greifen. Am Ende geht es bei Hardcore nur in zweiter Linie um die Musik, um knifflige Takte und verschwurbeltes Riffing, an erster Linie steht immer die Szene selbst. Der hidden track rundet den Ruf der Band, auch über die eigentliche Szene hinaus, ab.
Dauer: 27:19
Label: Flatspot Records
VÖ: 24.04.2026
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