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Asking Alexandria – See What’s On The Inside – Review

Die Freude ist groß, als ASKING ALEXANDRIA ihr neues, siebtes Album “See What’s On The Inside” ankündigen. Selbst wenn vom Vorgängeralbum nicht so wahnsinnig viel in Erinnerung geblieben ist. Doch Fronter Danny Worsnop und seine Kollegen hatten schon immer Potenzial und es ist durchaus noch möglich, dass der Knoten vollends platzt und sich die einstige Metalcoreband auf das nächste Level hieven kann. Mit diesem Album scheint die Band endlich auch menschlich wieder zusammenzufinden, die wichtigste Zutat. Denn Kompositionen und handwerkliche Fähigkeiten können nicht ausgleichen, wenn die Chemie zwischen den Zeilen nicht stimmt.

ASKING ALEXANDRIA 2021, Foto von Danny Worsnop

Runaway from the world

Das bereits bekannte “Alone Again” macht den Einstieg, ein kraftvolles Aufbegehren, der Vesuch sich aus der Einsamkeit zu befreien und nach oben zu kämpfen, musikalisch durchaus ordentlich und packend inszeniert. Die Gitarristen Ben Bruce und Cameron Liddell verfangen sich etwas zu stark in klassischem Rockgepose, wobei man das allerdings auch erstmal beherrschen muss. Was Worsnop in dieser Hinsicht bei seiner anderen Band WE ARE HARLOT veranstaltet, finde ich übrigens durchweg großartig. Rein inhaltlich scheinen ASKING ALEXANDRIA den Albumtitel durchaus wörtlich zu nehmen, orientieren sich stark nach innen und den Versuch für sich selbst eine Persönlichkeit zu definieren und zu finden, mit der man klarkommen kann. Dazu gehört es, Fehler einzugestehen und emotionale Hürden zu überwinden. Auch das lässt die Band sehr gut ins Songwriting einfließen, gerade Drummer James Cassells setzt hier starke Akzente.

Echte Highlights

Grundsätzlich merkt man, dass ASKING ALEXANDRIA mittlerweile weit entfernt sind, von dem tendenziell wütenden Sound, mit dem sie vor vielen Jahren junge Menschen zum groben Metal geführt hätten. Die Waagschale verschiebt sich auch nicht mehr durch gut gebrüllte Songs wie “If I Could Erase It”, in der sich die dringende Bitte an einen möglichen Neuanfang kanalisiert. “Never Gonna Learn” wirkt mit seinen Flächen und dem drückenden Groove eher wie eine gut gelungene Wiederbelebung von großen Alternative-Rockbands, die Hymnen am Fließband produzieren konnten. “See What’s On The Inside” entstand Anfang des Jahres 2021, alle fünf Bandmitglieder fanden sich in einem Haus in Franklin, Tennessee, zusammen, um dort ihr neues, Studioalbum zu schreiben und aufzunehmen.

Und irgendwie hört man im Ergebnis, dass es das erste Mal seit über einem Jahrzehnt war, dass alle zusammen im selben Studio waren. Alles wirkt abgestimmter und weniger zusammen geklöppelt, das Album ist deutlich mehr im Fluss, es gibt viel mehr Widerhaken und wirklich prägnante Momente. Streicher sorgen für Gänsehautmomente (“Find Myself”), es gibt pompöse Hymnen und echt knackig gut inszenierte Rockkracher (“Fame”).

Wieder einen Schritt nach vorne

Während man bei “Like A House On Fire” noch Rosinen picken musste, ist “See What’s On The Inside” überwiegend überzeugend. Man muss einfach nur abschließend in den Kopf bekommen, dass ASKING ALEXANDRIA jetzt komplett einem anderen Stil verfallen sind. Das kann man Modern Rock oder Modern Metal nennen oder wie auch immer, seltsamerweise klingt das wenig nach den Gesten, die man aus Großbritannien gewohnt ist und eher nach amerikanischem Breitband-Sound. Aber so what? Mit “See What’s On The Inside” nähern sich ASKING ALEXANDRIA dem nächsten Level wieder einen Schritt. Dass es bei der Band nicht schnurgerade nach oben geht und sie immer mal wieder straucheln, ist eine Bestätigung der Authentizität ihrer Inhalte.

Dauer: 39:02
Label: Better Noise Records
VÖ: 01.10.2021

Tracklist “See What’s On The Inside” von ASKING ALEXANDRIA
Alone Again
Faded Out
Never Gonna Learn
If I Could Erase It
Find Myself
You’ve Made It This Far
See What’s On The Inside
Misery Loves Company
Fame
The Grey

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