Wage War Maniac Artwork

Wage War – Maniac – Review

Man kann WAGE WAR und ihrem vierten Album “Maniac” einfach nur (wieder) vorwerfen, dass sie einige Jahre zu spät kommen. Der Sound der Rockband aus Florida grätscht irgendwo zwischen Modern Metal, Rock und Metalcore, aber alle drei Genres sind schon überflutet mit guten und auch besseren Bands, sodass sich die Frage stellt, warum man sein Herz an die Band hängen sollte. An den guten Kompositionen und dem breiten, handwerklichen Angebot von WAGE WAR ändert das natürlich nichts. Aber mehr, als mal ein oder zwei Songs in einer Playlist, wird damit 2021 nicht mehr zu holen sein.

WAGE WAR, 2021 Foto von David Niacaris

Man kennt’s halt schon

Wenn WAGE WAR mit ihren aufstampfenden SLIPKNOT-Gedächtsnisriffs auf einem Festival aufspielen, lässt sich dazu mit Sicherheit mal der Bierbecher schwingen oder im Pit bolzen. Aber lange hängenbleiben wird leider nichts. Dabei sind WAGE WAR auch auf “Maniac” inhaltlich relevant, erzählen von eigenen Problemen, Verlusten und nehmen Bezug auf aktuelle gesellschaftliche Schieflagen. Aber einen Großteil der Songs kann man eben schon bei der ersten Begegnung und vor dem ersten Durchlauf mitsummen und deren Verlauf ziemlich sicher erahnen. Sänger Briton Bond, Sänger und Gitarrist Cody Quistad, Gitarrist Seth Blake, Bassist Chris Gaylord und Drummer Stephen Kluesener wissen ganz genau, was sie tun.

Das tun sie gut (“High Horse”), lassen aber dabei leider jegliche eigene Handschrift vermissen und sind so gar nicht um Innovation bemüht. Wer ganz genau zuhört, findet Phrasen und eindeutige Zitate von anderen Bands. Wenn “If Tomorrow Never Comes” kurz zur Ruhe kommt, werden Erinnerungen an ARCHITECTS wach, “Maniac” tendiert zu HOLLYWOOD UNDEAD und wenn gemeinsame Chöre angestimmt werden, sind wir in Gedanken bei WHILE SHE SLEEPS.

Ohne Innovation, bisschen fad

Natürlich kann es trotzdem sein, dass “Maniac” von WAGE WAR zahlreiche Freunde findet. Wandtattoo-Lyrik im Sinne von “One step forward, two steps back” oder “if you really wanna change, you got to learn from our mistakes” sind immer für Irgendjemanden inspirierend. Für das Album spricht auf jeden Fall die Atmosphäre und der dynamische Verlauf, ebenso wie die Tatsache, dass WAGE WAR ihre Instrumente sehr gut beherrschen und als Einheit funktionieren. Letztendlich gieren ja nicht alle nach Innovation, aber gerade im Rahmen einer fairen Review muss man darauf hinweisen, dass man alles auf “Maniac” von WAGE WAR schon mal irgendwo (früher und besser) gehört hat.

Dauer: 34:57
Label: Fearless Records / Spinefarm Records
VÖ: 01.10.2021

Tracklist “Maniac” von WAGE WAR
Relapse
Teeth
Manic
High Horse
Circle the Drain
Godspeed
Death Roll
Slow Burn
Never Said Goodbye
True Colors
If Tomorrow Never Comes

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