Avatar Hunter Gatherer

Avatar – Hunter Gatherer – Review

Auch mit ihrem mittlerweile achten Album “Hunter Gatherer” wird man aus den Schweden nicht schlau. Mit 19 Jahren (anfangs unter LOST SOUL) auf dem Buckel, ackert sich die Band wild durch Melodic Death Metal, Goth Rock und streift nebenbei Industrial, Nu Metal, Hard Rock und sogar Power Metal (“Scream Until You Wake”). Optisch erkennt man die Band sofort und Touren mit IN FLAMES und STONE SOUR gaben der Band schon mehrfach die Gelegenheit ihren Bekanntheitsgrad mit Erfolg zu erhöhen. Wann gelingt es ihnen endlich, sich auch eine unverkennbare, eigene, musikalische Identität zuzulegen?

AVATAR, 2020

Musikalisch einwandfrei

AVATAR haben scheinbar alles, was man braucht und mit “Hunter Gatherer” geht es definitiv wieder einen Schritt nach vorne. Es gelingt ihnen im richtigen Moment leicht zugänglich, ja schon fast simpel zu riffen (“God Of Sick Dreams”) und dann an der richtigen Stelle eine anspruchsvolle Rampe aufzustellen oder ein starkes Soli zu zocken. Mehr als einmal, hört man ihnen ihre Herkunft Göteborg im positiven Sinne an. Und die auffällige kompositorische und stilistische Vielfalt kann man AVATAR durchaus als Kreativität auslegen. Wenn man sich damit abfindet – und die Suche nach dem gewissen Etwas aufgibt – kann man “Hunter Gatherer” auch besser genießen.

Variabilität als Identität?

Eingängig sind AVATAR, keine Frage. Aber wirklich nachhaltig im Sinne eines Ohrwurms oder einer ergreifenden Hook, ist auch dieses Mal wenig bis nichts. Aber dem gegenüber steht eine gereifte und talentierte Instrumentalfraktion und das Talent von Sänger Johannes Eckerström. Er kann ausnahmslos jede Stimmung bedienen und kein Ton von ihm unterschreitet ein gewisses Niveau. Kurzum: Was AVATAR rausschicken, können sie eigentlich auch. Manche Kombination geht unterm Strich nicht so auf, aber sei’s drum. “Child” pendelt beispielsweise planlos wild zwischen infantilem Varieté, Schlagermetal und Nu-Metal-Geballer. Schade, da gerade dieser Song einige tolle Spitzen hat und sich durch die Stilüberfrachtung selbst verdirbt. Das folgende “Justice” verweist den Pathos auf die Strophen und hält sonst mit Groove dagegen. Ein deutlich besserer Plan und der einfache Refrain erfüllt seinen Zweck.

Im oberen Drittel

Die Klavierballade “Gun” drückt mächtig auf die Tränendrüse, hält sich aber mit wahren Emotionen zurück und wirkt etwas aufgesetzt. Der folgende Quickie “When All But Force Has Failed” entschädigt dann dafür und zieht einmal voll durch. Schnelle Riffs, Doppelleads, polternder Bass, angespitztes Gekreische und keine unnötigen Verzierungen. So muss das. Wenn man also akzeptiert, dass auf dem hauseigenen AVATAR-Stempel von “Hunter Gatherer” (mal wieder) “von allem etwas, in guter Quali” steht, dann läuft die neue Scheibe gut rein. Besonders der satte Gitarrensound fällt positiv auf, die Drums hätten allerdings etwas mehr Wucht vertragen können. Live ist das natürlich noch etwas überzeugender und in der Diskografie ist “Hunter Gatherer” im oberen Drittel einzureihen.

Dauer: 45:28
Label: Century Media
VÖ: 07.08.2020

Tracklist “Hunter Gatherer” von AVATAR
Silence In The Age Of Apes
Colossus
A Secret Door
God Of Sick Dreams
Child
Justice
Gun
When All Force Has Failed
Wormhole

Alben, die Dir gefallen könnten:
SLIPKNOT – We Are Not Your Kind
ALTER BRIDGE – Walk The Sky
BOMBUS – Vulture Culture
LAMB OF GOD – s/t
GREY DAZE – Amends
STONE SOUR – Helle, You Bastards (Live in Reno)
KILLSWITCH ENGAGE – Atonement
AUGUST BURNS RED – Guardians
OCEANS – The Sun And The Cold
THE WORD ALIVE – MONOMANIA
POLARIS – The Death Of Me
PARKWAY DRIVE – Viva The Underdogs
OCEAN GROVE – Flip Phone Fantasy
SILVERSTEIN – A Beautiful Place To Drown
TESTAMENT – Titans Of Creation

AVATAR bei Facebook

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.