Suspectre st Artwork

Suspectre – s/t – Review

SUSPECTRE kommen aus Frankfurt und präsentieren auf ihrem ersten “s/t” Album eine gute Mischung aus Post-Punk und Indie. Spectres ist französisch für Gespenster und genau das ist auch die erste Assoziation, die man bei dem simpel gehaltenen Artwork hat. Ausgehend von dem Wort Gespenster kann man viele gedankliche Verbindungen herstellen: Grusel, Unsichtbarkeit, Vergangenheit… oder eben wie im Falle von SUSPECTRE dieses gewisse Nicht-greifbar-sein. Die Band wirbelt sich durch die Platte und die Kompositionen scheinen die Hörer*innen zu streifen, mal stärker und mal weicher, oder einfach durch die Hände zu gleiten.

Da und gleich wieder weg

“Yesno” – bezieht sich auf das typische “soll ich’s endlich machen oder lass ich’s lieber sein” – ist ein clever gewählter Opener, denn SUSPECTRE blättern gleich die komplette Bandbreite auf und zwar im bestmöglichen Ergebnis. Allerdings knüpft das folgende “Known Pleasure” so eng an, dass man sich mehrfach vergewissern muss, dass es tatsächlich ein anderer Song ist. In beiden Refrains blühen alle gemeinsam auf, während die Strophen eher dezent repetitiv nach vorne ziehen und dazwischen gibt es oft instrumentale Ausbrecher. So simpel, so überzeugend.

In “Meander” pendeln sich SUSPECTRE gegenseitig die Dominanz zu, das hält die Dynamik hoch und auch wenn der Song dadurch etwas zerfleddert wirkt, scheint das der richtige Weg zu sein. “Inner Haste” und “Shimmer” sind in diese ganz typische Melancholie eingeschlagen, die man nur beim Post-Punk hat. Der Gesang steigt hier ganz selbstbewusst von seinem (in Bands immer selbstverständlich errichteten) Podest und gibt von seiner Dominanz an die Instrumente ab.

Behind each door might be a wall or a start

“s/t” von SUSPECTRE ist ein solides Album, keine Frage. Aber es mangelt aufdringlichen Spitzen, die nachdrücklich im Gedächtnis bleiben. Man muss sich die Vertrautheit erarbeiten. Dabei ist der Gesang schon markant, die Gitarrenmelodien drehen die Hörer*innen stetig im Kreis und sorgen für angenehme Atmosphäre, die sich schlecht ignorieren lässt. Im Bündnis mit dem Schlagzeug stehen sie häufig mit einem Fuß in den Sechzigerjahren. Angefeuert durch den Backgroundgesang klingt das häufig angenehm nach Eiskaffee, Cadillac und Tanzcafé. Und ja, irgendwie tendiert das auch zu ROLLING BLACKOUT COASTAL FEVER oder dem Debüt von FONTAINES D.C .und ruft kuschelige Regenszenarien in Erinnerung. SUSPECTRE klingen also so gar nicht nach Äppelwoi und geldgeiler Bankersteifheit, beides verbindet man unweigerlich mit Frankfurt. Ausgehend vom Bandnamen und Artwork ist die flattrige Art und der etwas diffuse Sound mit Sicherheit so beabsichtigt, beides ersetzt zwar nicht den eigentlichen Hit, sorgt aber für eine schöne Ausgangssituation für Folgealben.

Dauer: 30:01
Label: Sabotage Records / Sounds Of Subterrania / The Orchard
VÖ: 02.07.2021

Tracklist “s/t” von SUSPECTRE
Yesno
Known Pleasure
Meander
Inner Haste
Mistakes
Shimmer
Stroboscope
A Part Apart

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