cover ABRAHAM - D bris de mondes perdus

Abraham – Débris De Mondes Perdus – Review

Schon der Auftakt von “Débris de mondes perdus”, dem neuen Album der Schweizer Noise-Post-Metal-Band ABRAHAM, ist beeindruckend. Vom ersten Ton an, gelingt es ihnen, die Zuhörenden in einen unkontrollierbaren, dunklen Sog zu ziehen, der wenig mit der Realität zu tun hat. Die Drums greifen mit einem Takt an, der hypnotisch und beeindruckend kraftvoll zugleich ist.

“Voices from the dark” brüllt Sänger…, genauso fühlt es sich auch an. Noise-Post-Metal, so könnte man den Sound der Band nennen, durchkreuzt wird das aber auch Black-Metal-Attacken und einer tiefen Traurigkeit, wie sie eigentlich eher im Doom zu spüren ist. Wie auch immer man das nennen mag, “Débris de mondes perdus” ist nichts für Menschen, die Musik gerne snacken und keinen Spaß an bildhaftem Songwriting und Details haben.

Trip in die Dunkelheit, ohne Rückfahrschein

“Débris de mondes perdus” von ABARAHAM möchte nicht gefallen, es bemüht sich nicht darum, schön im eigentlichen Sinne zu klingen. Schon der zweite Song “Blood Moon New Alliance” zerstört alles, die Gitarren senden blinde Töne ins Nichts und ABRAHAM berauben uns sofort jeglicher Orientierung. Eine große Rolle spielt das massive Drumming, jeder einzelne Schlag weist uns grob in die Schranken und macht einen vorzeitigen Griff zur Stopp-Taste unmöglich.

“Maudissements” wirkt dann wie ein einziger Fiebertraum, ABRAHAM vernebeln uns die Sinne, der Gesang wird vermeintlich sanfter, aber angenehm dissonant, ähnlich wie bei BARONESS. Das Album suggeriert hier schon, dass eigentlich alles verloren sei, aber ABRAHAM haben von da an immerhin noch fünf Songs in petto.

ABRAHAM rasen ohne Rücksicht in den Abgrund, uns im Schlepptau

Die Stärke der Platte ist auch gleichzeitig die einzige Schwäche. Da ABARAHM dementorenhaft jeglichen, üblichen Frohsinn entziehen und sehr dominant sind, muss man sich Zeit für das Album nehmen. Man sollte die Musik auch über Kopfhörer oder zumindest in der Nähe hören, denn sonst erscheint der Gesang nicht intensiv, sondern nervig und die Einzelheiten sind nicht mehr erfassbar.

“Débris de mondes perdus” von ABRAHAM ist ein Album, das sich einem in den Weg stellt. Die Musik fühlt sich bisschen an, wie ein Fluch, dem man kurzzeitig nicht ausweichen kann. Intensive Musik, deren Schönheit in der vereinenden Melancholie verborgen liegt.

Dauer: 45:18
Label: Pelagic Records
VÖ: 25.02.2022

Tracklist “Débris De Mondes Perdus” von ABRAHAM
Verminvisible
Blood Moon
New Alliance
Maudissements
Ravenous In The Night
Our Worlds Born In Fire
Fear Overthrown
A Celestial Funeral
Black Breathe (feat. Emilia Zoé)

Alben, die Dir gefallen könnten:
VILDHJARTA – Måsstaden Under Vatten
Interview mit Dave von ABRAHAM zum Album “Débris de mondes perdus”
DESERTA – Every Moment Everything You Need
EARTHLESS – Night Parade Of One Hundred Demons
SAITÜN – Al Azif 
PLAYGROUNDED veröffentlichen Video zu “The Death Of Death”
LLNN – Unmaker
DARK FUNERAL veröffentlichen “Let The Devil In” vom kommenden Album
GOJIRA – Fortitude
ZAHN – s/t
HIPPOTRAKTOR – Meridian
Interview mit Troy Sanders von Gone Is Gone zum Album “If Everything Happens For A Reason Then Nothing Really Matters At All”
PUSCIFER – Existential Reckoning
GONE IS GONE – If Everything Happens For A Reason Then Nothing Really Matters At All
65DAYS OF STATIC – replicr, 2019
HEADS. – Push
KADAVAR – The Isolation Tapes
CARCASS – Torn Arteries
LINGUA NADA – Djinn
SLEEP TOKEN – Sundowning
ANIMALS AS LEADERS veröffentlichen neuen Song “Monomyth”
AUA – I Don’t Want It Darker
PAIN OF SALVATION – Panther
KILLER BE KILLED – Reluctant Hero
SIGUR RÓS – Odin’s Raven Magic
YEAR OF NO LIGHT – Consolamentum
THE ARMED – Ultrapop

ABRAHAM bei Facebook

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.