Testament -Titans Of Creation - Artwork

Testament – Titans Of Creation – Review

Es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn man TESTAMENT auf ihrem mittlerweile dreizehnten Album “Titans Of Creation” die jahrzehntelange Erfahrung nicht anhört. Die Thrashlegende hat in den letzten 34 Jahren einige Hits geliefert und einige Standards gesetzt. Eingeordnet in die Biografie der Bay-Area-Wegbereiter ist “Titans Of Creation” ganz sicher weiter oben zu platzieren, wenn auch nicht mit Anspruch auf den Klassiker-Stempel.

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TESTAMENT, 2020 Fotocredit Nuclear Blast

Können vs. Nachhaltigkeit

Schon im fein drückenden und unerbittlich mit Stakkato prügelnden Opener “Children Of The Next Level” machen TESTAMENT dicke Backen. Und zwar vollkommen zurecht. Die erstklassige Gitarrenarbeit von Alex Skolnick und Eric Peterson beweist, dass so manche Rookies noch so traditionsbewusst und energiegeladen lärmen könnten – die Erfahrung lässt sich nicht imitieren. Man hat sie oder eben nicht. Auch das folgende “WWIII” lässt sich nicht lumpen und poltert im mitreißenden Zick-zack-Kurs nach vorne. Den Gruß Richtung SLAYER “forever reign in blood” nehmen wir wohlwollend zur Kenntnis. Richtige Widerhaken bieten TESTAMENT aber erst mit dem folgenden “Dream Deceiver”, der mit seinem Groove auch nachhaltig im Gedächtnis bleibt. Gleiches gilt für das zum Niederknie gute “Symptoms” und “The Healers”.

Womit wir beim einzigen – aber nicht unwesentlichen – Wermutstropfen von “Titans Of Creation” wären. TESTAMENT stellen die Technik häufig über das Songwriting, sodass man zwar anerkennend aufhorcht bei “Code Of Hammurabi” und dem abwechslungsreich geprügelten “City Of Angels”, sich aber in zwei Wochen an keinen prägnanten Moment erinnern kann. Ein Symptom der letzten beiden TESTAMENT-Platten. Dem gegenüber steht aber die unverschämte Spielfreude im in Death und Black Metal getunkten “Night Of The Witch”. Und natürlich die clevere Erkenntnis von TESTAMENT bzw. Produzent Andy Sneap, dass es sich lohnt den Bass von Steve DiGiorgio nach vorne zu rücken. In “Ishtar’s Gate” und “False Prophet” knattert, knurrt und bollert er so herrlich, dass es die Anlage vor Freude wackelt. Chuck Billy und Gene Hoglan scheinen sowieso über jegliche Kritik erhaben, Steigerung und neue Variationen sind hier nicht zu hören, unterm Strich aber auch nicht notwendig.

Latte selbst gelegt

TESTAMENT ist mit “Titans Of Creation” ein Album gelungen, das den Vorgänger auf jeden Fall toppt. Die Band wäre gut beraten gewesen, das Material etwas zu straffen und sich wirklich die Entwicklung von nachhaltigen Songs auf die Fahne zu schreiben. Das TESTAMENT spielen können, ist klar. Und mit “Night Of The Witch” beweist die Band, dass es noch kreativen Spielraum gibt und sie diesen auch füllen kann. Und das Black-Metal-geschwängerte “Curse Of Osiris” – könnte locker von DESASTER stammen, liebe Grüße an der Stelle – streckt sich auch nach neuen Einflüssen. TESTAMENT haben sich eben leider die Latte selbst schon so hochgelegt, dass sie mit dieser Kritik auf sehr hohem Niveau leben müssen.

Tracklist “Titans Of Creation” von TESTAMENT
Children Of The Next Level
WWIII
Dream Deceiver
Night Of The Witch
City Of Angels
Ishtar’s Gate
Symptoms
False Prophet
The Healers
Code Of Hammurabi
Curse Of Osiris
Catacombs

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