Lest die Review zu "die Band" von H.i.T. bei krachfink.de

H.i.T. – die Band – Review (EP)

Das Punk-Trio H.i.T. ist mit seiner ersten EP namens “die Band” der nächste Streich aus dem Hause Soulforce Records. Seit das bis dahin punkfremde Label TEAM SCHEISSE unter die Leute gebracht hat, werden sie gleichermaßen dafür geliebt und gehasst. Abgesehen vom Punk an und für sich, gehen H.i.T. aber ganz anders vor, sind deutlich dichter, siffiger und im besten Sinne etwas retro.

Die Texte gegen Bullen, Staat und Kartoffelsalat sind witzig, aber auch oft unvorbereitet bissig und schonungslos ernst. Der Hit im klassischen Sinne findet sich nicht auf diesem Erstling, was aber dem Spaß keinen Abbruch tut, denn H.i.T. überzeugen sofort mit ihrer guten Laune und der nicht abbrechenden und ansteckenden Dynamik. Und überhaupt, was für Punk, was für Hit? Ob und wie das auf Albumlänge funktioniert, lässt sich noch nicht vorhersagen.

H.i.T. Foto von Steven Breden über Soulforce Records
H.i.T. Foto von Steven Breden über Soulforce Records

Zum auf Treppen sitzen und Scheiße labern

Bei “H.i.T.” mit an Bord sind Tightill vom Bremer Label Erotik Toy Records, Makrele von den POWER SUFF GIRLS aus Hamburg und Max von den SOFT SAINTS aus Köln. “die Band” hat also durchaus schon Ahnung von Einszwei-Einszwei – bzw. im Falle von Max auch mit fluffigem Indie-Rock – und geht wohl nicht mit überzogenen Erwartungen ran. Der Opener “Künstliche Intelligenz” schunkelt wütend und umgebremst aus der Anlage, der eigentlich Clou ist die ständige Wiederholung und dadurch eben auf das in Frage stellen des Wortes “Intelligenz”.

Klingt wie 33 auf 45 abgespielt

Gleich im darauf folgenden “Kiosk” zeigen H.i.T., wie man in jedem Club vom Fleck weg Stimmung zünden kann. Ein Liedchen, das man als Diss an hängengebliebene Alt-Punker, aber eben als an eine gewisse Bewunderung an deren Renitenz, verstehen kann. Es ist eher eine Stimmung, die man hier auffängt, denn die Texte sind nicht immer glasklar zu verstehen. Wen juckt’s aber, so lange was ankommt und die Melodie hängenbleibt. H.i.T. maßen sich nicht an, grundlegend fundiert zu argumentieren oder gar Lösungsvorschläge zu machen. Ihre Stilmittel sind Vollgas und konsequent durchgezogene gute Laune.

Die schmissigen Sing-a-Long kann man mit acht Bier im Turm noch mitsingen und zu den hart gerissenen Riffs von “Plastik” lässt es sich gut pogen. Unterm Strich ist “die Band” an manchen Stellen noch etwas zu hektisch und man hätte hier und da mehr herausholen können. H.i.T. machen den Sack oft zu schnell zu, aber das Gefühl ungewollt auf 45 statt 33 zu laufen, hat seinen Reiz.

Dauer: 13:12 (geschätzt)
Label: Soulforce Records
VÖ: 03.04.2024

Tracklist “die Band” von H.i.T.
Künstliche Intelligenz
Kiosk
Silver Surfer
Velvet Concrete Park
Plastik
Simulation

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