Deftones Black Stallion

Deftones – Black Stallion – Review

Mit “Black Stallion” legen DEFTONES anlässlich des zwanzigjährigen Jubiläums von ihrem legendären Album “White Pony” ein Remixalbum von ebendiesem vor. Ohne im Hinblick auf die unterschiedlichen Begrifflichkeiten zu sehr ins Detail zu gehen – ein Remix ist kein Cover und auch kein Mash-up. Das sollte man einfach wissen, wenn man das Album in die Hand nimmt und fälschlicherweise eine Neuauflage vom Klassiker erwartet. Es geht – nicht ausschließlich, aber größtenteils – elektronisch zu und wie zu erwarten war, harmonieren der Kern der Kompositionen und die Stimme von Chino Moreno perfekt damit. Jeder der beteiligten Remixer – unter anderem Robert Smith von THE CURE, Mike Shinoda von LINKIN PARK und BLANCK MASS, um nur einige zu nennen – haben ihren eigenen Kern des Songs gefunden und auf ihre Art ausgearbeitet.

DEFTONES, Credit James Minchin

Gleich Wirkung, andere Stilmittel

“Back To School (Mini Maggit)” wollte wohl niemand haben, denn der ursprüngliche Opener von “White Pony” ist auf “Black Stallion” nicht enthalten. Dafür ist der Opener “Feiticeira (Club Casino Remix)” mit den abgewürgten Gitarren ein schöner Vorgeschmack für das, was uns erwartet. Auch die veränderten Songlängen sind interessant, denn während manche ihre Version deutlich schneller ins Ziel bringen, fanden SQUAREPUSHER in ihrem Remix von “Pink Maggit” sogar noch drei zusätzliche Minuten. Das ist aus meiner Sicht auch der interessanteste Beitrag. Herrlich schräg, die Spitzen der Disharmonie nach oben gezogen und die Selbstzerstörung, gerade am Ende, treffend auf den Punkt gebracht. So herausgestellt, würden die Riffs des Songs teilweise in viele andere Stilrichtungen wie Black Metal oder auch Core passen.

Auch bei Smith und Shinoda wird deren eigene Handschrift deutlich hörbar. “Teenager” steht die dunkel-romantische Gothic-Note ausgezeichnet und auch “Passenger” profitiert von der gelungenen Mischung aus Ambient und Rock. Lediglich der etwas leiernd klingende Refrain ist gewöhnungsbedürftig. Bemerkenswert ist auch die schwerelose Version von “Change (In The House Of Flies)” im Remix von TOURIST. Bei dem Takt bekommt die Pferdeassoziation eine ganz andere Bedeutung.

Aufpolierter Klassiker

Das Highlight ist für mich “Elite (Blanck Mass Remix), denn was der Brite Benjamin John Power aus dem mit dem Grammy ausgezeichneten Song gemacht hat, ist beeindruckend. Er hat ihn mit noch mehr Bums ausgestattet, aber die Vocoder-Parts stark reduziert und stattdessen mit seinen eigenen Tricks zum Druckaufbau gearbeitet.

Mit “Black Stallion” hat der Klassiker von DEFTONES eine schöne Aufwertung erfahren. Songs wie “Digital Bath” und “Elite” haben sich auch förmlich dazu aufgedrängt, DEFTONES haben damals tatsächlich zukunftsweisend komponiert. Und das, obwohl sie sich für mehr Dunkelheit und mehr Sperrigkeit entschieden haben. Ein Album, das sich für Fans von elektronischer Musik auf jeden Fall lohnt. Alleine die Tatsache, dass das Material zwei Jahrzehnte später überhaupt noch Potenzial zur Wiederverwertung bietet, sagt viel über das Album aus.

Dauer: 42:05
Label: Warner Bros. Records
VÖ: 11.12.2020

Tracklist “Black Stallion” von DEFTONES
Feiticeira (Clams Casino Remix)
Digital Bath (DJ Shadow Remix)
Elite (Blanck Mass Remix)
Rx Queen (Salva Remix)
Street Carp (Phantogram Remix)
Teenager (Robert Smith Remix)
Knife Prty (Purity Ring Remix)
Korea (Trevor Jackson Remix)
Passenger (Mike Shinoda Remix)
Change (In The House Of Flies) (Tourist Remix)
Pink Maggit (Squarepusher Remix)

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